Wie Lagert Man Autoreifen Richtig?

Mit dem Jahreszeitenwechsel werden Autofahrer wieder mal vor die Frage gestellt, wie man Autoreifen richtig lagert. Da die fachgerechte Lagerung nicht nur großen Einfluss auf die Lebensdauer der Reifen hat, sondern euer Kontostand ebenso davon profitiert, erklären wir euch hier, wie ihr eure Autoreifen richtig lagert.

Also, wie lagert man Autoreifen richtig? Die Lagerung sollte an einem kühlen, trockenen, dunklen Ort erfolgen. Der Luftdruck sollte um 0,5 bar höher sein, als der Hersteller vorgibt. Reifen mit Felgen können gestapelt, Reifen ohne Felgen stehend gelagert werden.

In diesem Beitrag zeigen wir euch nicht nur wie man Autoreifen richtig lagert, wir verraten euch auch nützliche Infos, Tipps und Tricks rund um die Lebensdauer eurer Autoreifen, die ihr bis dahin bestimmt noch nicht kanntet!

Wie und wo lagert man Autoreifen richtig? – Schritt für Schritt

Vor dem Einlagern sollten die Reifen und Felgen auf Beschädigungen überprüft werden. Weisen diese Beulen oder tiefe Risse im Profilgrund, der Reifenschulter oder Seitenwänden auf, solltet ihr einen Fachmann zurate ziehen oder euch gleich neue Reifen zu legen.

Sind die Reifen in einwandfreiem Zustand, entfernt sorgfältig etwaige Fremdkörper und reinigt die Reifen von Schmutz. Hier eignet sich eine Bürste und lauwarmes Wasser. Vermeidet Öle, Fette und andere Reinigungsmittel, da diese den Reifengummi beschädigen können. Wartet bis die Reifen ganz trocken sind, bevor ihr sie einlagert.

Um die Autoreifen richtig zu lagern, solltet ihr einen kühlen, trockenen, dunklen Raum wählen. Die Temperatur sollte nicht unter den Gefrierpunkt sinken bzw. 25° Celsius nicht übersteigen. Feuchtigkeit sowie direkte Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden, da dies die Lebensdauer eurer Reifen ebenso verkürzen kann.

Habt ihr einen passenden Ort ausgewählt, erhöht als Nächstes den Luftdruck der Reifen um jeweils 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe. Der Grund für dieses Vorgehen ist, da die Reifen während der Lagerung Luft verlieren. 

Zusätzlich könnt ihr die Reifen auch noch mit deren Position beschriften zB. VR für vorne rechts, HL für hinten links, usw. Dies hat nicht nur den Zweck, dass ihr beim nächsten Reifenwechsel etwas Zeit wettmachen könnt, der Hauptgrund sind die unterschiedliche Belastung und Abrieb der Reifen. Deswegen sollte jeder Reifen im Idealfall wieder an dieselbe Position des Wagens montiert werden.

Richtige Lagerung von Autoreifen mit Felgen/ohne Felgen

Kompletträder, also Reifen mit Felgen sollten liegend gelagert werden. Hier können bis zu vier Reifen übereinander gestapelt werden. Da es durch den Druck auf die unterliegenden Reifen zu Verformungen kommen kann, solltet ihr die Räder alle vier Wochen umschichten. Baut dies doch in euren Workout-Plan mit ein und spart euch das Gewichte stemmen im Studio! 

Alternativ könnt ihr euch auch einen Felgenbaum zulegen, an denen die Räder einzeln aufgehängt werden können. Das Aufhängen an den Halterungen verhindert Druckstellen und Verformungen der Autoreifen. Guckt doch ein bisschen herum, ihr könnt euch ganz einfach online einen dieser praktischen Halterungen sichern!

Reifen ohne Felgen können stehend nebeneinander gelagert werden und sollten ebenso etwa alle vier Wochen gedreht werden, um Verformungen der Reifen vorzubeugen. Bei einem Reifenhändler nutzt man sogar ganz spezielle Regale, um Reifen zu lagern.

Reifen lagern Fachmann

Einer fachgerechten Reifenlagerung sollte nun nichts mehr im Wege stehen. Solltet ihr euch dennoch unsicher sein, nicht über genügend Stauraum verfügen oder ihr dies einfach lieber einem Profi überlasst, könnt ihr eure Reifen auch bei einem Händler oder Autofachwerkstatt einlagern lassen.  

Autoreifen selbst wechseln

Ihr könnt die zu lagernden Reifen vorab in der Fachwerkstatt wechseln lassen oder selber Hand anlegen. Besonders zu den Saisonzeiten kann es zu  längeren Wartezeiten bei Reifenwechselterminen kommen, die ihr durch den Wechsel zu Hause umgehen könnt.

Für den Reifenwechsel benötigt ihr neben den auszutauschenden Reifen einen stabilen Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz, Drahtbürste, Schlüssel für das Felgenschloss sowie Drehmomentschlüssel. Die eine oder andere helfende Hand kann natürlich nie schaden. 

Genauere Anleitungen zum fachgerechten Reifenwechsel und was sonst noch alles zu beachten ist, findet ihr online auf diversen Autovereinsseiten wie ADAC, ÖAMTC, etc. 

Auch wenn ihr lieber selber Hand anlegt, beachtet stets die nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Solltet ihr noch wenig bis keine Erfahrungen haben, lasst nach der Montage lieber noch mal einen Fachmann drüberschauen. Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen!

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Wie lange kann man Reifen lagern? – Lebensdauer der Reifen

Obgleich man Autoreifen selbst wechselt und richtig lagert oder dies einer Fachwerkstatt überlässt, stellt sich die Frage, wie lange uns unsere Reifen eigentlich treu bleiben. Alle Reifen haben eine gewisse Altersgrenze, nach jener sie ausgetauscht werden sollten.

Je nachdem wie häufig ihr auf vier Rädern unterwegs und die Pflege eurer Reifen aussieht, beträgt die Lebensdauer 6-8 Jahre. In einigen Fällen können Reifen auch bis zu 10 Jahren befahren werden. 

Das offizielle Herstellungsdatum findet ihr in Form einer vierstelligen Ziffer auf einer der Reifenflanken. Anhand der ersten beiden Zahlen könnt ihr die Kalenderwoche der Produktion ablesen, die beiden letzten Zahlen stehen für das Produktionsjahr.

Unabhängig vom Alter des Reifens, gibt es eine gesetzliche Mindestprofiltiefe, welche erfüllt werden muss. Die Profildichte bei Neukauf beträgt meistens 8-9mm, die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6mm. Das heißt, sollten eure Reifen diese Grenze unterschreiten oder bereits 8-10 Jahre in Betrieb sind, sind sie reif für den Bauhof.

Um auf Nummer sicher zu gehen und unnötige Vorfälle im Straßenverkehr zu vermeiden, empfiehlt es sich jedoch bereits bei 3-4 Millimeter Profiltiefe und auch wenn die Lebenslaufzeit noch nicht erreicht ist, einen Reifenwechsel anzusetzen. 

So sollten Winterreifen bei einer Profiltiefe von 4mm ausgetauscht werden. Ein neuer Reifen weist im Durchschnitt 8mm Reifenprofiltiefe auf. Die Bremsfähigkeit bei Schnee und Eiswetter ist bei einem Profil von unter 4mm bereits stark reduziert.

Sommerreifen können bis zu 3mm Profiltiefe ohne Problem verwendet werden, sollten darunter jedoch ebenfalls ausgetauscht werden

Messung der Reifenprofiltiefe – Geheimtipp

Zur Messung der Reifenprofiltiefe könnt ihr euch einen Reifenprofilmesser zulegen. Alternativ könnt ihr natürlich auch bei der nächsten Tankstelle oder Autofachwerkstatt vorbeischauen. Die Profiltiefe könnt ihr dann einfach von der Anzeige ablesen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Profiltiefe an verschiedenen Stellen des Reifens zu testen, da die Reifen ungleichmäßig abgefahren sein können. 

Ihr könnt die Reifenprofiltiefe auch vorab einer Schnelldiagnose unterziehen, ohne dabei besonderes Werkzeug zu benötigen. Ihr braucht hier lediglich eine Ein-Euro-Münze. Der goldene Rand der Münze ist genau drei Millimeter breit. Sobald dieser zwischen den Profilen zu erkennen ist, solltet ihr wohl einen baldigen Reifenwechsel in Erwägung ziehen.

Tipps um die Reifenlebensdauer zu verlängern

Reifen deformieren und altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse, das heißt, auch wenn sie nicht benutzt werden, verschleißen sie im Laufe der Zeit. Nicht nur wie man Autoreifen richtig lagert, kann die Lebensdauer verlängern bzw. verkürzen, sondern auch die sachgerechte Nutzung: 

  • Der Fahrstil kann zum vorzeitigen Verschleiß eurer Autoreifen beitragen. Vollbremsungen oder Kavalierstarts à la “The fast and the furious” mögen dir bewundernde Blicke einbringen, die Reifen mögen das jedoch nicht so gerne.
  • Grundsätzlich sollten Reifen häufig befahren werden, das heißt, sehr lange Stehzeiten wie beim Saisonauto oder dem Wohnwagen kann sich negativ auf die Lebensdauer auswirken, da sich der Reifendruck nicht auslagern kann und die Reifen ausbeulen. 
  • Ein zu hoher oder zu niedriger Reifendruck führt zu beschleunigtem Abrieb der Reifen. 

Bei zu hohem Druck verringert sich die Aufstandsfläche des Reifens auf der Straße. Die Reifen nutzen sich unregelmäßig ab, dies ist nicht nur schlecht für die Fahrleistung, sondern gefährdet auch die Sicherheit.

Bei zu niedrigem Reifendruck erhöht sich der Rollwiderstand und auch der Spritverbrauch. Der Bremsweg ist länger und die Schleudergefahr erhöht, auch mit einer wahrscheinlichen Reifenpanne ist zu rechnen.

Kontrolliert den Reifendruck regelmäßig! Beispielsweise alle zwei Wochen oder nach jeder Tankfüllung. Richtwerte zum richtigen Reifendruck variieren von Auto zu Auto, ihr findet die optimalen Werte in der Bedienungsanleitung eures Fahrzeugs.

Autoreifen – Richtige Entsorgung

Auch die besten Autoreifen müssen, auch wenn sie richtig gelagert und befahren werden, eines Tages entsorgt werden. Dass sie nicht in den normalen Hausmüll gehören, versteht sich anhand der Größe und der speziellen Materialzusammensetzung. Wohin also mit den ausgedienten Reifen? Hierfür stehen verschiedene Optionen zur Auswahl.

  • Die meisten Autowerkstätten entsorgen alte Reifen, häufig ist eine geringe Gebühr zu entrichten. Falls eure Werkstatt diesen Service nicht anbietet, kann es gut möglich sein, dass sie euch an ein anderes Unternehmen weiterleiten können. Erkundigt euch einfach
  • Der Reifenhändler des Vertrauens sollte ebenfalls bereit sein, eure gebrauchten Reifen für euch zu entsorgen. Häufig kann dies mit einem Reifenneukauf kombiniert werden, da eurem Fahrzeug in der Zwischenzeit wohl doch keine Flügel gewachsen sind. In den meisten Fällen wird euer Händler das ohne Probleme für euch übernehmen.
  • In einigen Gegenden gibt es auf die Reifenentsorgung ausgerichtete Firmen. Dort können die Reifen direkt abgegeben werden. Ihr könnt vorab online recherchieren, ob sich ein Entsorgungsunternehmen in eurem Wohngebiet befindet. 
  • Eine weitere Option ist der Bauhof eurer Stadt. Womöglich wird auch hier eine Entsorgungsgebühr fällig, jedoch könnt ihr euch sicher sein, dass sie deine Reifen fachgerecht und umweltfreundlich entsorgen. Erkundigt euch am besten vorab telefonisch oder vor Ort über die anfallenden Kosten.

Ihr solltet nun Profis darin sein, wie man Autoreifen richtig lagert und was ihr sonst noch alles rund um die Aufbewahrung und Reifenpflege beachten müsst. Viel Erfolg bei dem Vorhaben und stay safe auf den Straßen!

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