Welches Diagnosegerät für BMW E39?

25.10.2020 | Codieren & Tuning, Hobby Schrauber

Ihr müsst nicht immer gleich in eine Werkstatt fahren, wenn mal eine Warnlampe leuchtet, ihr eine neue Batterie einbauen wollt oder ein Service ansteht. Es gibt heutzutage einige Optionen. Externe Diagnosegeräte und vor allem Diagnose Apps haben in den letzten Jahren einen riesigen evolutionären Schritt gemacht. Viele von ihnen stehen den Profigeräten in den Werkstätten in nichts mehr nach und können darüber hinaus noch viel viel mehr. 

Also, welches Diagnosegerät für meinen BMW E39? Ihr habt zwei Möglichkeiten. Die erste Option wäre, sich für ein echtes Diagnosegerät zu entscheiden. Damit könnt ihr jedoch meist nur Fehlercodes auslesen. Die zweite Variante ist eine Codierungssoftware wie Carly. Diese könnt ihr euch aufs Handy herunterladen und dann per BLE (Bluetooth Low Energy) mit dem Handy verbinden. Ihr braucht mit dieser Funktion nicht mal aktiv nach dem Gerät suchen, sondern euer Handy verbindet sich automatisch mit dem Gerät.

In diesem Artikel zeigen wir euch die Möglichkeiten, die externe Diagnosegeräte und Apps für euren BMW E39 haben. Wir erklären euch die wichtigsten technischen Hintergründe und gehen auf ein oder zwei Produkte intensiv ein, anhand derer wir euch die Funktionsweise erläutern möchten. Am Ende werdet ihr erkennen, dass ihr mit der richtigen App bzw. einem eigenen Diagnosegerät viel Geld sparen könnt … wir sprechen hier von durchaus mehreren tausend Euro im Jahr. Apps können im Vergleich zu externen Diagnosegeräten noch viel mehr. Der Funktionsumfang der besten Apps wird euch in Erstaunen versetzen. Versprochen.

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Nicht nur für den BMW E39 ein Thema

Auch wenn es in diesem Artikel primär um das BMW Modell E39 (also die 5er Baureihe der Jahre 1995 bis 2004) gehen soll, sind die Informationen sicher auch für alle anderen Autoliebhaber und -besitzer von Interesse. Für praktisch jeden Fahrzeugtyp gibt es eigene Diagnosegeräte und/oder Apps, die zumindest die allgemeinen Fehlercodes auslesen können, aber das Prinzip ist stets dasselbe. 

Auch Werkstätten arbeiten mit Diagnosegeräten. Allerdings kosten diese viele Tausend Euro. Sie werden meist über Kabel mit dem Fahrzeug verbunden und liefern die gewünschten Diagnosedaten. Am Ende sind diese aber nicht anders, als die die auch die heutigen Apps und handlichen Diagnosegeräte auslesen können. Da es sich bei den Werkstätten in vielen Fällen um Vertragswerkstätten einzelner Automarken handelt, können diese selbstverständlich auch die herstellerspezifischen Fehlercodes lesen. Bei diesen fest installierten Großgeräten ist allerdings der Nachteil, dass oft die Software veraltet ist und die neuesten Fehlercodes nicht erkannt werden. Bei einer App kann das nicht passieren. Diese wird immer automatisch auf dem neuesten Stand gehalten. 

Was machen Diagnosegeräte?

Mithilfe von externen Diagnosegeräten und Apps lassen sich in erster Linie Fehlercodes des Fahrzeugs auslesen und analysieren. In den meisten Fällen können die Fehlercodes nach dem Auslesen auch gelöscht werden. Die Carly App stellt die Ergebnisse der Diagnose zum Beispiel anschließend in einem Ampelsystem dar und nennt dies “Fahrzeug Gesundheit”. Ist alles grün, ist der Wagen “gesund”, bei orange müssen einige Sachen gemacht werden, bei rot ist schnelles Handeln gefragt, bevor der Wagen ernsten Schaden nimmt. Dies ist ein eingängiges und sehr übersichtliches System. Die App speichert die Daten und kann so auch die Langzeit Gesundheit feststellen. 

Was sind Fehlercodes?

Weltweit haben sich Autohersteller auf einen Standard bei den Fehlercodes verständigt. Ein Fahrzeug befindet sich in einem ständigen Scanmodus. Steuergeräte im Fahrzeug kontrollieren die ihnen zugewiesenen Funktionen. Werden Werte außerhalb der gesetzten Parameter festgestellt, wird ein entsprechender Fehlercode protokolliert. In sehr vielen Fällen kann ein Problem bzw. eine Abweichung automatisch angepasst und korrigiert werden. Man kriegt also als Nutzer des Wagens von den meisten Problemen und Problemchen gar nichts mit. 

Nur in den ernsteren Fällen wird man meist über eine Warnlampe, einen Signalton oder auf andere Art und Weise auf den Fehler aufmerksam gemacht. Dabei können auch die vermeintlich kleineren Probleme zu großen Problemen führen. Ist man nun in der Lage diese Fehler zu identifizieren und Maßnahmen einzuleiten, bevor ein größeres Problem daraus wird, kann man sehr viel Geld sparen und das Fahrzeug in einem guten und gesunden Zustand halten.

Neben den Standard Fehlercodes gibt es aber auch herstellerspezifische Codes. In vielen Fällen können diese leider nicht von allen Diagnosegeräten bzw. Apps gelesen werden. Da es insgesamt mehrere zehntausend Codes gibt (die auch immer wieder ergänzt werden), haben die meisten Apps und Geräte nur die Standardcodes gespeichert. 

Alle Fehlercodes sind 5-stellig und alphanumerisch aufgebaut. Das erste Zeichen ist immer ein Buchstabe gefolgt von vier Zahlen. Der Buchstabe gibt Aufschluss über den Bereich des Fehlers:

B = Body (Karosserie)

C = Chassis (Fahrwerk)

P = Powertrain (Antrieb, Motor und Getriebe)

U = Network (OBD-Schnittstelle)

Nach dem Buchstaben folgt entweder eine “0” für allgemeine, genormte Standard Codes oder eine “1” für herstellerspezifische Codes. An dritter Stelle folgen die Ziffern 1 bis 8 die den Fehlerbereich weiter eingrenzen. Die “1” steht hierbei z.B. für die Kraftstoff- und Luft Zumessung und die “5” für die Geschwindigkeits- und Leerlaufregelung. Die letzten beiden Ziffern (00-99) bezeichnen den eigentlichen Fehlercode. 

Ein gutes Diagnosegerät bzw. App kennt in jedem Fall alle Standard Codes – also solche, die an der 2. Stelle eine “0” stehen haben – und können diese auch in Klarschrift wiedergeben. Was hilft es euch, wenn da steht B0345? Damit könnt ihr gar nichts anfangen. Wenn hingegen da steht “Beifahrer Airbag ist defekt”, dann wisst ihr, was Sache ist. 

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Auch euer BMW E39 verfügt über eine ganze Reihe an Fehlercodes, die nur für BMW bzw. nur für diese Baureihe zutreffen. Um also alle Fehlercodes die eurer Wagen auswirft zu verstehen, solltet ihr ein Gerät bzw. eine App haben, die sich auf BMW spezialisiert hat. 

Wie kommuniziert das Diagnosegerät bzw. die App mit dem Fahrzeug?

Ihr werdet euch vielleicht schon gefragt haben, wie man denn das externe Diagnosegerät bzw. euer Smartphone (mit der App) mit dem Fahrzeug verbindet, damit ihr dann die Daten auslesen könnt. Das ist wirklich sehr sehr einfach. Auch hier haben sich die Autohersteller auf einen Standard einigen können … die OBD2-Schnittstelle. Dies ist eine Art Steckdose im Fahrzeug, in die ein OBD2 Adapter eingesteckt wird. Dieser Adapter ist wiederum entweder per Kabel, per Wifi oder Bluetooth mit dem Gerät bzw. der App verbunden. Immer mehr Apps gehen in der Tat zu Bluetooth über. Eine Kabelverbindung findet man hingegen immer seltener bzw. nur noch bei Altgeräten. 

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Die Qualität der Adapter ist aber sehr entscheidend für die problemlose Kommunikation zwischen App und Auto. Stellt euch das wie bei einer miesen Übersetzung vor … die man immer wieder im Netz finden kann. Wenn der Adapter dem Fahrzeug nur “Mist” erzählt, werdet ihr keinen Spaß damit haben. Dies kann sogar zu ernsthaften Problemen führen. Nehmt daher nur hochwertige Adapter und keine Billigware aus China. 

OBD2 … was ist das?

OBD 2 ist der derzeitige Standard in Bezug auf das Kommunizieren zwischen einem externen Gerät und einem Fahrzeug. Der OBD Standard wurde seinerzeit nur für abgasrelevante Systeme entwickelt. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich jedoch zum verlässlichen Kommunikationsstandard auch für andere Zwecke. Durch die Standardisierung wird gewährleistet, dass wirklich jede Werkstatt und jede App dieselben Daten auslesen und verstehen kann. 

Derzeit wird an OBD 3 gearbeitet

Wie gesagt … der OBD Standard wurde zunächst nur für abgasrelevante Systeme entwickelt. Es sollte dadurch schnell erkannt werden können, wenn es zu Problemen mit den Abgasen kommt und die Umwelt in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Allerdings ist der Fahrer nicht verpflichtet, aufgrund einer Fehlermeldung auch eine Reparatur durchführen lassen zu müssen. Dies soll sich mit OBD 3 ändern. In den USA wird gerade daran gearbeitet. Mit dem neuen Standard sollen Probleme mit den Abgassystemen direkt und automatisch an eine entsprechende Behörde gesendet werden. Sorgt man nicht innerhalb einer gewissen Frist für Abhilfe, muss man mit hohen Geldstrafen rechnen. Ob dieser Standard jemals auch in Europa eingeführt wird, ist vollkommen offen. Noch braucht ihr diesbezüglich also keine Befürchtungen zu haben. 

Woran erkennt ihr die Qualität der App bzw. des Diagnosegerätes?

Ihr wollt natürlich das beste Gerät haben, um eine Diagnose eures BMW E39 durchzuführen. Aber für welche Art von Technik – also externes Diagnosegerät oder App – sollt ihr euch entscheiden? Welches der Geräte versteht sich besonders gut mit BMW und seinen Eigenarten und besonderen Herstellercodes? Im Prinzip könnt ihr nur über Foren, Artikel wie diesen, Bewertungsseiten, etc. versuchen, euch ein Bild zu machen. Wenn ihr dann ausreichend Informationen und Meinungen gesammelt habt, habt ihr vermutlich das beste Gerät bzw. die beste App gefunden. Wir haben all dies natürlich auch gemacht und haben zudem einige der besten Techniken ausprobiert.

Bei der Frage, ob man ein externes Diagnosegerät oder eine App verwenden sollte, plädieren wir eindeutig für eine App. Diese hat viele Vorteile. Man hat sie immer bei sich, sie ist stets auf dem neusten Stand, man braucht kein weiteres Gerät mit sich herumtragen, sie haben einen größeren Funktionsumfang, die Benutzung ist meist sehr intuitiv und sie sind auch oft preiswerter als externe Geräte.

Nachdem wir uns nun also für die Art der Technik entschieden hatten, gingen wir auf die Suche nach der richtigen App. Eine App also, die für BMW gemacht wurde und mit BMW bestens kommunizieren kann. Nach einigen eher schlechten Erfahrungen haben wir die Carly App gefunden. Diese App hat uns voll und ganz überzeugt. Die Fahrzeug Diagnose ist dabei nur ein ganz kleiner Teil des riesigen Funktionsumfangs … aber dazu später mehr.

Die Carly App verbindet sich einwandfrei über den eigenen Adapter, den es auf der Carly App zu kaufen gibt, mit dem BMW E39, liest alle Fehlercodes – auch die Hersteller eigenen Codes – aus, löscht das Protokoll und stellt die Fehler und Probleme in Klartext dar. Dabei wird zudem eine Art Ampelsystem verwendet, um dem Nutzer auf einem Blick zu zeigen, wie es um den Zustand des Fahrzeugs steht. Das ist wirklich genial, übersichtlich, fortschrittlich und benutzerfreundlich. Der Zustand des Fahrzeugs wird dokumentiert und dauerhaft gespeichert. So kann man auch die Entwicklung beobachten.

Welche Diagnosemöglichkeiten bietet die App?

Was kann man eigentlich alles diagnostizieren? Was kann die Carly App in diesem Bereich zusammen mit dem BMW E39? Wie bereits erwähnt, gehört zur Diagnose insbesondere das Auslesen und Löschen von Fehlercodes. Hierbei ist zwischen den Standardcodes und den speziellen Codes der Hersteller zu unterscheiden. Hier kommen schnell rund 30.000 verschiedene Fehlercodes zusammen. Diese werden von der Carly App zum allergrößten Teil problemlos ausgelesen und in Klartext angezeigt. 

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Insbesondere das Auslesen der Hersteller eigenen Codes ist ein wirkliches Highlight der Carly App. Viele andere Apps und Scanner können dies nicht und bleiben nur auf Standardebene. Carly liest alle relevanten Steuergeräte wie z.B. ABS, Multimedia Systeme, Getriebe oder Airbag aus und zeigt die möglichen Probleme in Klartext an. Je nach Schweregrad des Fehlers wird das Problem gespeichert und der kontinuierliche “Gesundheitszustand” des Fahrzeugs dokumentiert. Übrigens: Das einmalige Auslesen von Fehlercodes kostet bei einer Werkstatt rund 30 Euro. Macht man das nur dreimal, haben sich die Kosten für die App und den Adapter schon praktisch wieder amortisiert. 

bmw e39 codieren mit handy app ganz einfach

Mit der App kann man bereits vor einer Wartung oder anstehenden Abgasuntersuchung alle  emissionsrelevante Systeme und Verfahren für die Abgasanlagen testen und unter die Lupe nehmen. So kann man mit der Werkstatt am Ende auf Augenhöhe sprechen und Probleme im Vorfeld reparieren lassen (und so die Abgassonderuntersuchung problemlos absolvieren). 

Über die Echtzeit Funktion können Diagnosedaten wie z.B. Temperaturwerte, Turbo Ladedruck, Drehzahl und Druckwerte in Echtzeit während der Fahrt angezeigt und analysiert werden. 

In der sogenannten “Digital Garage” werden alle Daten auf Wunsch in der Cloud gespeichert. Man kann sie von dort aus herunterladen, als PDF an eine Werkstatt schicken oder als E-Mail an einen potentiellen Käufer des Wagens senden. Auf diese Weise schafft man größtmögliches Vertrauen und zeigt, dass man sich bestmöglich um das Fahrzeug gekümmert hat. 

Was kann die Carly App darüber hinaus noch?

Das faszinierende an der Carly App ist ihr Funktionsumfang. Wer meint, dass die bisher bereits erwähnten Funktionen alles sind, der hat sich sehr geirrt. Jetzt geht’s erst richtig los!

Codieren

Unter Codieren versteht man das Einstellen vordefinierter Werte bei einem Fahrzeug. So kann man z.B. festlegen, welche Lampen und Leuchten beim Einschalten des Warnlichtes angehen sollen oder man stellt die Helligkeit des Tachometers nach seinen Wünschen ein oder aber man legt fest, ob der Fensterheber weiterarbeiten soll, auch wenn man die betroffene Tür öffnet oder schließt. Das ist wie in MS Word. Ihr könnt die Schriftart aus einer Liste wählen, die Schriftgröße aus einer Liste von möglichen Größen usw. Ihr stellt so das Fahrzeug ganz nach euren persönlichen Vorstellungen ein.

Service Funktionen

Im Bereich des Service habt ihr sehr viele Funktionen. Ihr könnt z.B. die Serviceintervalle zurücksetzen. Das bedeutet, dass ihr einen Ölwechsel selbst machen könnt und dann dem Fahrzeug mitteilt, dass ein Service stattgefunden hat. Ihr könnt eine neue Batterie registrieren und so selbst eine neue Batterie einbauen und Geld sparen. Ihr könnt die Regeneration des Dieselpartikelfilters anfordern und den Prozess verfolgen. 

Weitere Funktionen

Ihr könnt die Auspuffklappe – auch während der Fahrt  – öffnen um ein lebhafteres Fahrgefühl zu haben. Und zum Schluss noch eines der Highlights der App: Der Gebrauchtwagen Check. Stellt euch einmal vor, dass in Deutschland bei rund einem Drittel aller Fahrzeuge der Tacho manipuliert wurde. Die Carly App kann dieser Manipulation auf die Schliche kommen. Wenn ihr also den Kauf eines gebrauchten Wagens plant, könnt ihr die App anschließen und das Fahrzeug auf Herz und Nieren checken. Ihr seid so vor Tachomanipulation weitestgehend geschützt und werdet so niemals zu viel Geld für ein Fahrzeug ausgeben, dass nicht den angegebenen Werten entspricht. 

Fassen wir zusammen

Bei der Wahl des richtigen Diagnosegerätes für euren BMW E39 ist es wichtig, dass dieses Gerät bzw. die App auch die Herstellerspezifischen Fehlercodes kennt, diese lesen und in Klartext wiedergeben kann. Die meisten Apps kennen nur die Standard Codes, aber nicht die vielen besonderen eigenen Codes der Hersteller. Das Diagnosegerät muss sich also wirklich gut mit eurem BMW verstehen, damit ihr auch die besten Ergebnisse erzielen könnt. Wir haben euch dargelegt, warum wir der Überzeugung sind, dass eine App die beste Wahl ist und auch welche App wirklich einen Unterschied macht. Mit der Carly App habt ihr einen verlässlichen Partner an eurer Seite, der euch tiefgehende Einblicke in euren BMW liefern kann. Zusätzlich bietet die Carly App ein breites Spektrum an weiteren Funktionalitäten von denen das Codieren und der Gebrauchtwagencheck sicherlich zu den absoluten Highlights gehören. Letzterer ist übrigens auf dem gesamten App-Markt einzigartig! Prüft aber auf jeden Fall mit der Carly Lite Version, die ihr euch gratis im App- bzw. Play Store herunterladen könnt, welche Funktionen bei eurem Auto verfügbar sind.