Was ist ein OBD Stecker?

22.05.2020 | Codieren & Tuning, Hobby Schrauber

Der Begriff wird den meisten schon vertraut sein. Aber wisst ihr denn eigentlich, wofür dieser Stecker zuständig ist oder was ihr damit machen könnt? Wir werden diese Fragen heute aus dem Weg räumen und euch einen besseren Einblick in die Welt der Codierungen geben.

Also, was ist ein OBD Stecker? Ein OBD Stecker, auch On-Board-Diagnose genannt, ist ein Fahrzeugdiagnosesystem mit dem Daten, die während der Fahrt aufgezeichnet werden, ausgelesen werden können. Somit dient der OBD Stecker als Schnittstelle zwischen den Steuergeräten und ermöglicht es, Fehlercodes aus den jeweiligen Steuergeräten zu entfernen. Diese können nämlich mit der notwendigen Software oder App auf euren Laptop oder euer Smartphone geladen werden. Dies wird auch codieren genannt.

Da ihr jetzt einen Überblick habt, was denn so ein OBD Stecker eigentlich ist, werden wir euch nun zeigen was ihr damit alles machen könnt und wie es euch helfen kann, euer Auto besser in Takt zu halten.

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Was kann man über OBD auslesen?

Mit einem OBD Stecker lassen sich viele Daten auslesen. So könnt ihr die während der Fahrt aufgezeichneten Abgaswerte nachher auslesen und somit sehen, wie sich euer Auto verhält. Jedoch ist nicht der OBD Stecker der entscheidende Punkt, sondern die Software oder App die ihr zum Auslesen der Daten verwendet. Denn, jeder Hersteller verwendet einen anderen OBD Adapter der als Schnittstelle dient und somit wird eine App oder Software benötigt, um diese Fehlercodes überhaupt erstmal sichtbar zu machen. Somit variiert das Auslesen sehr stark und ist von Händler zu Händler unterschiedlich.

Jedoch lässt sich sagen, dass Abgaswerte, Drehmoment, Spritverbrauch usw. sich mit so ziemlich jeder Diagnosesoftware auslesen lassen. Aber es gibt auch Anbieter, die es euch ermöglichen zum Beispiel einen Gebrauchtwagencheck durchzuführen oder den Gesundheitsstand eures Autos zu analysieren. Welcher Anbieter das ist und wie viel das kostet zeigen wir euch im nächsten Absatz.

Carly

Carly ist eine App für euer Smartphone die es euch ermöglicht für wenig Geld viel aus eurem Auto herauszuholen und die Daten die mit dem OBD Stecker übertragen werden auszulesen. Jedoch ist Carly nicht wie jeder andere Diagnosegeräte Anbieter. Denn, für gerade einmal 100€ könnt ihr Daten aus eurem Auto auslesen die normalerweise nur Fachkräfte in einer Werkstätte einsehen können. Ein richtiges Diagnosegerät, so eines das man in einer professionellen Werkstatt findet, kostet gut und gerne mal ein paar tausend Euro.

Mit Carly könnt ihr, wie eingangs schon erwähnt, einen Gebrauchtwagencheck durchführen. Dies lohnt sich alle mal, wenn ihr euch ein neues Auto zulegen wollt und mehr als nur die offensichtlichen Sachen sehen wollt. Carly ermöglicht es euch unter die Karosserie zu gucken und ein besseres Gefühl über den Zustand des Wagens zu erlangen. So könnt ihr böse Überraschungen ausschließen und mit gutem Gefühl einen neuen Wagen erwerben.

Aber auch sonst ist Carly durchaus hilfreich um zum Beispiel Veränderungen an eurem Auto vorzunehmen – und das selber in eurer Garage. Denn mit Carly gehören zeitintensive Werkstattbesuche der Vergangenheit an und ihr könnt alle möglichen Codierungen von zu Hause aus durchführen. Das spart Geld und Zeit.

Was bedeutet Fehlerspeicher auslesen?

Fehlerspeicher Auto auslesen OBD

Der Fehlerspeicher ist in jedem modernen Fahrzeug vorhanden und ist dafür verantwortlich, technische Defekte oder Störungen zu speichern, um diese dann mit einem OBD Adapter auszulesen um die Fehler zu beheben. Ein häufiges Missverständnis ist, dass alle Fehlercodes schlecht sind. Jedoch ist es ganz normal das Autos Fehlercodes aufweisen. Diese sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und sind auch ganz normal. Nur ganz wenige, vom Hersteller nicht gewollte Fehlercodes, können zu Komplikationen führen. 

Hierbei wird auch nochmal zwischen statischen und sporadischen Fehlercodes unterschieden. Letztere werden nach einer gewissen Anzahl an Fahrzyklen wieder automatisch gelöscht, sofern sie nicht wieder aufgetreten sind. 

Wie kann ich Fehlercodes auslesen?

Fehlercodes lassen sich mithilfe eines OBD Adapters auslesen. Damit diese jedoch sichtbar werden müsst ihr eine Diagnosesoftware auf eurem Laptop oder Smartphone installiert haben. Die Fehlercodes werden dann auf eurem Display angezeigt und ihr könnt dementsprechende Änderungen vornehmen. Ihr könnt euer Auto nur auslesen, wenn es später als 2001 (Benziner) bzw. 2004 (Diesel) gebaut wurde.

Wenn ihr mit einem Laptop ans Werk geht, braucht ihr die passende Software, einen Diagnoseadapter und eventuell noch einen zusätzlichen Adapter für euren individuellen Fahrzeugtypen. 

Mit eurem Handy geht dies schon schneller und einfacher: ihr braucht lediglich eine Diagnose App, wie zum Beispiel Carly, und den passenden Adapter. Mit Carly habt ihr den Vorteil, dass ihr den passenden Adapter mit der Carly App erwerben könnt. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass Carly der bisher einzige Anbieter ist der eine individuelle App für verschiedene Automarken anbietet. So könnt ihr zum Beispiel die auf BMW Fahrer zugeschnittene App erwerben und dann noch mehr aus eurem BMW auslesen als mit einem herkömmlichen Diagnosegerät. Außerdem werden die Fehlercodes, die von der bestimmten Automarke “normal” sind und keinerlei Probleme aufweisen, nicht als Problem angezeigt wie es zum Beispiel bei anderen Herstellern der Fall ist.

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Derzeit bietet Carly eine individuelle App für BMW, Mini, Volkswagen, Audi, Skoda, Mercedes, Porsche, Renault, Toyota, Lexus, Opel und GMC.

Wo befindet sich die OBD Schnittstelle?

Die OBD Schnittstelle befindet sich meist unter dem Lenkrad jedoch ist dies von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Bei älteren Fahrzeugen kann sich die Schnittstelle aber auch im Kofferraum befinden oder in der Nähe von der Handbremse. Wenn ihr den Zugangsport gefunden habt könnt ihr das Modul ganz einfach reinstecken und die Verbindung zwischen dem Auto und dem Diagnosegerät wird aufgebaut. Danach kann der Fehlerspeicher ausgelesen werden und auf eurem Display werden die verschiedenen Fehlercodes angezeigt. Normalerweise werden die Fehlercodes in einem Code angezeigt die mithilfe zeitintensiver Internetrecherchen entziffert werden können.

Mit Carly wird euch sofort angezeigt was falsch ist und ihr braucht nicht erst stundenlang im Internet zu recherchieren. Und meist kann man nicht mal sicher gehen, ob diese Informationen denn auch stimmen.

Was ist der Unterschied zwischen OBD und OBD-2?

OBD-2 wird bei neueren Autos verwendet und wurde 2001 bzw. 2004 in Europa eingeführt, um ein einheitliches System bei den Autos zu haben. Im Prinzip hat es denselben Zweck: es dient als Schnittstelle zwischen den Steuergeräten und dem Diagnosegerät. Jedoch gibt es einen großen Unterschied. Früher konnten nur gewisse Diagnosegeräte auf zum Beispiel einen OBD Adapter von BMW zugreifen, da jede Automarke einen anderen Anschluss hatte. Das machte es schwer für Werkstätten Diagnosen für mehrere Automarken durchzuführen.

In den USA wurde der OBD-2 Stecker bereits 1988 eingeführt, um das System zu vereinheitlichen. Deshalb werdet ihr bei Autos aus Amerika die nach 1988 gebaut wurden bereits einen OBD-2 Stecker finden während ein Auto aus Deutschland aus dem Jahre 1988 noch einen OBD Stecker haben wird.

Kann ich mit einem OBD Adapter alle Autos codieren?

Mit einem OBD Adapter ist es nur möglich bestimmte Automarken zu codieren, da jede Automarke seinen individuellen Stecker hat. Wenn das Auto ein Benziner ist und nach 2001 gebaut wurde, hat es außerdem schon einen OBD-2 Stecker verbaut. Bei Diesel Autos wurde dieser erst 2004 verbaut. 

Mit OBD könnt ihr also nur die Autos auslesen, wo ihr auch den passenden Adapter für habt. Habt ihr zum Beispiel einen Adapter mit dem ihr BMWs auslesen könnt, dann könnt ihr diesen nur an BMWs verwenden die vor 2001 bzw. 2004 gebaut wurden. Bei Renault bräuchtet ihr wiederum einen anderen Adapter. 

Das ist auch der Grund, wieso ein einheitliches System eingeführt wurde. Dies macht es für Werkstätten wesentlich einfacher, verschiedene Automarken zu reparieren, ohne viel Geld für Adapter auszugeben. Auch für uns Autofahrer hat es Vorteile. So können wir zum Beispiel mit einem Adapter mehrere Automarken auslesen. Also, wenn ihr zum Beispiel einen BMW und einen VW in eurer Garage stehen habt die nach 2001 bzw. 2004 gebaut wurden, braucht ihr nur einen Adapter und nicht zwei. Ihr spart also Geld und auch viel Recherchearbeit, da jeder Stecker bei OBD anders ist.

OBD-3 Realität oder nur Zukunftsmusik?

OBD Gerät auslesen Auto

Momentan ist es ja so, dass ihr, wenn ein Fehlercode mit dem OBD Stecker in eurem Auto erkannt wird, ihr eine Warnung oder ein leuchtendes Lämpchen auf eurem Display angezeigt bekommt. Jedoch könnt ihr immer noch selber entscheiden, ob und wann ihr das Teil austauschen lässt. Spätestens beim nächsten Werkstattbesuch wird es dann sowieso vom Mechaniker angesprochen also wozu die Eile?

Mit OBD-3 wäre das nicht mehr möglich. Denn, wenn ein Fehlercode erkannt wird, wird automatisch eine Benachrichtigung an die zuständige Behörde geschickt, die euch dann eine Frist gibt, in der ihr das defekte Teil austauschen müsst. Solltet ihr die Frist nicht einhalten droht ein Bußgeld. Das System zu umgehen ist nicht möglich, da der Fehlercode erst weggeht, wenn ihr es austauscht oder repariert.

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Die USA sind, wie in so vielen Sachen, Europa schon ein paar Schritte voraus. Dort könnte OBD-3 schon in den kommenden Jahren zum Einsatz kommen. Ob es überhaupt in Europa mal verwendet wird, steht noch in den Sternen, da hier der Punkt Datenschutz für viele ein Dorn im Auge ist. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder selber entscheiden. Klar ist, dass es in Europa wohl noch eine Weile dauern wird bis wir einen OBD-3 Stecker in unseren Autos verbaut haben werden.