Was tankt mein Auto?

Was beim Neukauf eines Autos wohl weniger ein Problem ist, das kann bei den kurz gehaltenen Übergaben von Gebrauchtwagen beim nächsten Tankstellenbesuch zum Problem werden. So ging es auch Eva. Sie fuhr an die freie Zapfsäule, stieg aus, streckte den Arm aus und stellte dann völlig entgeistert fest, dass sie ein wichtiges Detail gar nicht kennt. Sie fragt sich: Was tankt mein Auto?

Also, was tankt mein Auto? Um herauszufinden mit welchem Kraftstoff ihr euer Auto betanken müsst, könnt ihr entweder einen Blick in den Fahrzeugschein werfen oder den Aufkleber auf der Innenseite des Tankdeckels zurate ziehen. Dort ist Benzin, Diesel oder ein alternativer Kraftstoff sowie die benötigte Oktanzahl genannt. 

Das Problem, das viele bei einem Gebrauchtwagenkauf haben, hat man bei einem Neukauf des Wagens höchstwahrscheinlich nicht. 

Denn im Gegensatz zur ausführlichen Einweisung beim Neuwagenkauf, wird die Übergabe beim Gebrauchtwagenkauf meistens sehr kurz gehalten.

Kauft man ein neues Auto, wird einem genauestens erklärt, welcher Hebel welche Funktion auslöst und eben auch mit welchem Kraftstoff und welcher Oktanzahl das Auto betankt werden muss. Diese ist bei Benzinern enorm wichtig, um den Motor nicht auf lange Frist zu schädigen.

Beim Gebrauchtwagenkauf fallen die Erklärungen zu den Funktionen und zum benötigten Kraftstoff meistens sehr kurz aus. 

Aus diesem Grund erklären wir euch im Folgenden, wie ihr herausfindet, was euer Auto tankt, was die Oktanzahl damit zu tun hat und was ihr machen könnt, wenn ihr doch mal das Falsche getankt habt.

Welchen Kraftstoff muss man tanken?

Um herauszufinden welchen Kraftstoff ihr tanken müsst, könnt ihr ganz einfach in das Feld P3 im Fahrzeugschein oder aber auf die Innenseite des Tankdeckels schauen. Hier wird neben der Kraftstoffart auch die gegebenenfalls notwendige Oktanzahl genannt.

Die Oktanzahl betrifft dabei alle Fahrer von Benzin-Fahrzeugen. Diese beschreibt die sogenannte Klopffestigkeit des Benzins. Hierbei ist vor allem der Unterschied zwischen normalen Benzin, Super 95 und Super Plus wichtig.

Es muss nämlich dringend darauf geachtet werden, dass die angegebene Oktanzahl eingehalten wird. Normales Benzin hat 91 Oktan, Super-Benzin 95 Oktan und das Benzin Super Plus mindestens 98 Oktan

Normales Benzin gibt es nur noch an sehr wenigen Tankstellen, weshalb betroffene Fahrzeuge dann auf Super 95 umsteigen müssen.

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Hilfe! Wir haben den falschen Kraftstoff getankt!

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Ihr habt den falschen Kraftstoff getankt. Doch keine Panik, wir erklären euch was ihr jetzt genau tun müsst:

  1. Brecht das Einfüllen ab. Je mehr falscher Kraftstoff im Tank ist, desto schwieriger wird es größere Schäden zu vermeiden.
  2. Lasst das Auto in jedem Fall stehen und unternehmt keine Startversuche. Sobald der falsche Kraftstoff in den Motor gelangt, kann es zu Schäden kommen.
  3. Sucht in den folgenden Absätzen nach dem Anwendungsfall, der euch betrifft. Die weiteren notwendigen Schritte variieren nämlich nach der Art der Falschbetankung.

Benzin statt Diesel getankt (alte Motoren)

Vorab: mit alten Motoren meinen wir Motoren ohne Pumpe-Düse- oder Commonrail-Technik. Ist ein solcher Motor bei euch eingebaut, dann könnte euer Fauxpas ohne weitere Folgen bleiben. 

Werft einen Blick in die Bedienungsanleitung

Hierzu darf die falsch getankte Menge allerdings nur einen geringen Prozentsatz des Tankvolumens eures Fahrzeugs entsprechen. Liegt dieser Prozentsatz unter 10 Prozent, dann wird euer Fahrzeug das voraussichtlich ohne Schäden überstehen.

Den maximalen Prozentsatz findet ihr bei dieser Art von Fahrzeugen in der Betriebsanleitung. Das Beimischen von Benzin wird nämlich im Winter häufig verwendet, um eine Beschädigung des Dieselmotors zu verhindern.

So berechnet ihr das Mischverhältnis 

Zur Berechnung der falsch getankten Prozentzahl, könnt ihr ganz einfach die getankte Menge an der Zapfsäule ablesen, durch das Gesamtvolumen eures Fahrzeugtanks teilen und das Ergebnis mit 100 Prozent multiplizieren.

Beispiel: Ihr habt 2 Liter Benzin in euren Dieseltank getankt. Das Gesamtvolumen beträgt 50 Liter. 2 Liter geteilt durch 50 Liter ergibt 0,04. Multipliziert man diese Zahl mit 100 %, erhält man einen Prozentsatz von 4 %. 

Ist dieser Prozentsatz laut eurer Bedienungsanleitung noch im Rahmen, könnt ihr den Rest des Tankvolumens ganz einfach mit Diesel auffüllen und lieber immer wieder nachtanken, um den Prozentsatz stetig zu senken. 

Liegt ihr aber über dem angegebenen Prozentsatz, muss der Tank zur Sicherheit ausgepumpt werden.

Benzin statt Diesel getankt (moderne Motoren)

Bei modernen Motoren lässt sich das Problem leider nicht so leicht lösen, denn schon geringe Mengen Benzin können bei modernen Dieselmotoren Schäden anrichten.

Motor auf keinen Fall starten!

Habt ihr Benzin statt Diesel getankt, solltet ihr das Auto auf keinen Fall starten. Werft stattdessen einen Blick in die Bedienungsanleitung. Denn auch bei modernen Dieselmotoren wird ein maximaler Prozentsatz für Benzin-Beimischung genannt.

So berechnet Ihr das Mischverhältnis 

Teilt hierfür einfach die falsch getankte Menge durch das Gesamtvolumen eures Fahrzeugtanks und multipliziert das Ergebnis mit 100 %.

Beispiel: Ihr habt 3 Liter Benzin in euer Dieselfahrzeug getankt. Das Gesamtvolumen beträgt 60 Liter. 3 Liter geteilt durch 60 Liter ergibt 0,05. Multipliziert diese Zahl mit 100 %. Der Prozentsatz beträgt 5 %. 

Vergleicht diesen Prozentsatz mit der Angabe in der Bedienungsanleitung. Liegt der Prozentsatz über der Maximalangabe, solltet ihr dringend eine Fachwerkstatt kontaktieren. Diese wird euren Tank leer pumpen und das gesamte Kraftstoffsystem reinigen.

Diesel statt Benzin getankt

Habt ihr Diesel statt Benzin in euren Benziner getankt, ist die einzige Möglichkeit zur Vermeidung eines Motorschadens das Auspumpen des Fahrzeugtanks.

Denn schon geringe 5 Prozent können zu schweren Schäden an Motor und Katalysator führen. Der Motor läuft zuerst unrund und geht irgendwann einfach aus.

Das Gute ist, dass der Einfüllstutzen der Diesel-Zapfhähne meist dicker ist als die eines Benzin-Zapfhahns. So sollte einem doch eigentlich auffallen, wenn man auf dem Holzweg ist, oder?

Super Plus statt Super 95 getankt

Auch wenn man hier im ersten Moment erschrickt, besteht kein Grund zur Sorge. Super Plus hat lediglich eine höhere Oktanzahl, also Klopffestigkeit des Benzins. 

Der einzige Schaden, der entsteht, betrifft euren Geldbeutel. Denn Super Plus ist höherwertiger als Super 95 und hierdurch auch teurer. 

Super 95 statt Super Plus getankt

Heute tanken vor allem moderne Fahrzeuge Super Plus. Diese haben im Normalfall einen sogenannten Klopfsensor eingebaut. Im Gegensatz zu älteren Motoren, stellt sich hier die Zündung automatisch auf den getankten Kraftstoff ein. 

Tankt man also Super mit 95 Oktan statt Super Plus mit mindestens 98 Oktan, kann es lediglich zu weniger Leistung kommen. Tankt einfach so früh wie möglich das höherwertige Benzin nach.

E10 in ein nicht E10-taugliches Fahrzeug getankt

Ist euer Fahrzeug nicht vom Hersteller für die E10-Betankung freigegeben, kann eine Betankung mit dem E10 Kraftstoff zu schweren Schäden führen. Diese sind im schlimmsten Fall dann auch nicht mehr aufzuhalten.

Habt ihr fälschlicherweise E10 statt E5, also Super 95, getankt, solltet ihr dringend die Vorgaben eures Fahrzeugherstellers beachten. Laut Angaben des ADAC kann es jedoch ebenfalls ausreichen, wenn ihr so schnell wie möglich Ethanol-armen Kraftstoff nachtankt.

Was ist der Unterschied zwischen E10, Super 95 und SuperPlus?

Wie bereits in den vorangegangenen Absätzen erklärt, unterscheiden sich Super 95 und Super Plus lediglich durch die charakteristische Oktanzahl, also der Klopffestigkeit des Benzins.

Was ist die Oktanzahl?

Die Oktanzahl, also Klopffestigkeit beschreibt dabei die Wahrscheinlichkeit für eine unkontrollierte Selbstzündung des Motors. Dies wird als Klopfen bezeichnet. 

Je höher die Oktanzahl des Benzins, desto geringer die Wahrscheinlichkeit für das Klopfen und desto höher die Effektivität des Motors.

Der kleine aber feine Unterschied

E10 dagegen beschreibt den Anteil des im Benzin enthaltenen Biokraftstoffs Ethanol, nämlich 10 %. In Super 95 sind dagegen nur 5 % Ethanol enthalten. 

E10 Kraftstoff senkt zwar die Kosten pro Liter, aber erhöht auch den Benzinverbrauch. Der Grund: Der E10 Kraftstoff besitzt einen niedrigeren Energiegehalt als normales Benzin.

E10-Eignung checken

Achtet deshalb sorgfältig darauf, ob euer Fahrzeug vom Fahrzeughersteller speziell für die E10-Betankung freigegeben wurde. Bei nicht geeigneten Fahrzeugtypen wird nämlich die Korrosion von Aluminium-Teilen stark begünstigt.

Auch wenn euer Fahrzeug für die E10-Betankung freigegeben wurde, empfiehlt es sich trotzdem immer abwechselnd E10 und E5 Benzin, also Super 95, zu tanken. 

Die Suche nach dem Tankdeckel

Wem ist es noch nicht passiert: Man fährt an die Tankstelle, freut sich über die vielen freien Zapfsäulen und stellt sich dann aber doch die Frage: Wo ist mein Tankdeckel?

Wie stellt man denn nun vor der Fahrt sicher, wo mein Tankdeckel ist? Am besten, ihr schaut schon vor der Fahrt nach wo euer Tankdeckel sitzt. So vermeidet ihr Extrarunden um das Fahrzeug, wenn ihr bereits an der Zapfsäule steht. Prinzipiell gilt die Faustregel: Bei normalen PKWs sitzt der Tankdeckel hinten rechts. Bei Lieferwagen findet man ihn auf der linken Seite.

Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel. Bei manchen Fahrzeugen findet man neben dem Zapfsäulensymbol im Cockpit aber sogar einen kleinen Pfeil, der die Seite des Tankdeckels angibt.

Doch auch wenn man die Zapfsäule dann doch mal falsch anfährt, ist das kein Problem. Parkt euer Auto einfach ein Stück weiter vorne als sonst und zieht den Schlauch so weit wie möglich heraus. 

Wenn der Schlauch weit genug herausgezogen ist, kommt ihr locker um das Heck eures Fahrzeugs bis hin zum Tankstutzen. Achtet aber darauf, dass der Schlauch nicht unter Spannung steht und an eurem Lack schabt.

Weitere Fragen:

Häufig hört man ja: „Zieht euch beim Diesel Tanken auf jeden Fall Handschuhe an!“. Und an jeder Tankstelle hängen auch wirklich kostenlose Handschuhe zur freien Verfügung. Doch wieso beim Diesel tanken Handschuhe tragen?

Also, wieso beim Diesel tanken Handschuhe tragen? Dieselkraftstoffe sind schmierig und haften deshalb lange an Händen und auch Tankdeckeln. Ist keine Waschgelegenheit in der Nähe, empfiehlt es sich einen Plastikhandschuh zu tragen. Diese werden an den meisten Tankstellen bereitgestellt. Ist keiner verfügbar, nehmt einfach Papierhandtücher.

Man hat das Gefühl, dass sich die Benzinpreise im Viertelstunden-Takt ändern und dass manche Tankstellenketten auch viel teurer sind als andere. Deshalb fragen wir uns: Wann und wo sollen wir tanken?

Also, wann und wo sollen wir tanken? Den Überblick zu behalten ist schwer. Inzwischen gibt es aber viele hilfreiche Apps zum Vergleich der aktuellen Spritpreise. Diese zeigen euch die zuletzt mitgeteilten Preise der Tankstellen in eurer Nähe. So könnt ihr laut einer Münchner Studie aus 2016 bis zu 7 Cent pro Liter sparen.

Nun ist die Frage geklärt, wann und wo man tanken sollte, aber eine Frage bleibt: Wie viel soll man tanken?

Also, wie viel soll man tanken? Im Sommer solltet ihr nie randvoll tanken, denn Benzin dehnt sich bei Hitze aus. Im Winter dagegen solltet ihr vor der Fahrt volltanken, denn leider passiert es in der kalten Jahreszeit sehr häufig, dass sich die Fahrt aufgrund von Stau oder anderweitigen Verzögerungen ungewollt verlängert.

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