OBD Mercedes – Was ist das und was kann man damit machen?

Egal ob man den Fehlerspeicher auslesen will oder nur schnell zur Werkstatt fahren möchte um zu sehen, was los ist, der OBD Standard macht es möglich, schnell und einfach seinen Mercedes genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute zeigen wir euch, was OBD bei Mercedes eigentlich ist und was ihr damit machen könnt.

Also, was ist OBD für Mercedes und was kann man damit machen? Ein OBD Diagnosegerät für Mercedes ermöglicht euch, Daten aus dem Fehlerspeicher eures Mercedes auszulesen. Der Fehlerspeicher beinhaltet viele unterschiedliche Fehlercodes aus den unterschiedlichsten Bereichen des Autos. Diese Fehlercodes geben defekte im Auto an. Dabei wird zwischen generellen Fehlercodes, also Codes die, bei jeder Automarke gleich sind, und herstellerspezifischen Codes unterschieden. Ein speziell auf Mercedes abgestimmtes OBD Diagnosegerät kann nicht nur die generellen Fehlercodes auslesen, sondern auch die Fehlercodes von Mercedes, die oft mehr Aufschluss über ein Problem geben.

In diesem Artikel zeigen wir euch, was OBD überhaupt ist, was ihr damit machen könnt und das beste Gerät, um euren Mercedes auszulesen. Viel Spaß beim Lesen!

  Ein Kfz Diagnosegerät für alle Fahrzeuge

Was ist OBD?

OBD steht für „On Board Diagnose“ und bezeichnet ein im Auto integriertes Diagnose System. Dies funktioniert über die Fähigkeit des Steuergeräts, sich dauerhaft selbst zu überwachen, also Fehler zu erkennen, abzuspeichern und diagnostisch auszuwerten. Damit stellt die OBD eine große Hilfe bei der Wartung von Fahrzeugen dar. 

Die Entstehung von OBD

Früher hatte jeder Automobilhersteller seine eigenen Standards, um Fehler auszulesen, allgemein bezeichnet wurde es als „OBD“. Den Anfang des OBD, welches wir heute kennen, findet sich Ende der 1980er im US-Bundesstaat Kalifornien. Entwickelt wurde es in erster Linie, um die steigende Luftverschmutzung in den Städten Los Angeles und San Francisco zu senken. Es wurden verschärfte Emissionsgrenzwerte eingeführt, inklusive der Forderung einer Selbstüberwachung der Fahrzeuge. Mitte der 1990er wurden diese auch von den anderen US-Bundesstaaten übernommen. Wenige Jahre später trat OBD2 in Kraft. 2001 wurde in Europa das sogenannte EOBD adaptiert. Die beiden OBD Formen unterscheiden sich nicht, der Grundgedanke der Angleichung war es, alle Automobilhersteller wettbewerbsfähig zu halten, in dem es einheitliche OBD Systeme gibt. 

Aufgaben von OBD

Das OBD erfasst und meldet alle wesentlichen Emissionserhöhungen während der Betriebszeit eines Autos und gewährleistet so dauerhaft niedrige Abgasemissionen. Es überwacht kontinuierlich alle abgasrelevanten Komponenten und schützt Komponenten des Fahrzeugs. Auch für das Aufleuchten der Motorkontrollleuchte im Kombiinstrument ist das OBD System zuständig. Es speichert die Daten bei aufgetretenen Fehlern und stellt eine Schnittstelle zum Auslesen dieser bereit. 

Hat mein Auto OBD?

In den USA sind Fahrzeuge seit 1996 mit OBD2 ausgestattet, in der EU müssen Fahrzeuge mit Otto-Motor seit 2001 mit OBD2 ausgestattet sein. Für Diesel Fahrzeuge wurde OBD2 ab Januar 2003 vorgeschrieben. Amerikanische Fahrzeuge haben OBD2 im Übrigen, wenn sich im Motorraum der Hinweis „OBD II compliant“ befindet, bei EU Fahrzeugen muss die Schadstoffklasse „EURO-3“ in den Fahrzeug-Papieren eingetragen sein. 

Wo finde ich den OBD2 Stecker in meinem Auto?

Der Stecker muss sich im Umkreis von einem Meter ausgehend des Fahrersitzes befinden. In den meisten Autos lässt sich der Stecker in den sogenannten bevorzugten Bereichen finden. Diese sind unter dem Armaturenbrett unterhalb der Lenksäule, links zwischen der Lenksäule und der Fahrertür oder rechts zwischen der Lenksäule und der Mittelkonsole. Neben diesen bevorzugten Bereichen gibt es allerdings auch die erlaubten Bereiche, wie zum Beispiel in der Mittelkonsole. Bei Mercedes ist der Stecker meistens links zwischen der Lenksäule und der Fahrertür zu finden.

Wie sieht der Stecker aus?

Insgesamt besitzt der Stecker 16 Pins. Stift 2 steht für J1850 Bus+, Stift 4 für die Fahrzeug-Masse, Stift 5 für die Signal Masse. Daneben sind noch weitere Stifte belegt: Stift 6 mit CAN High (J-2284), Stift 7 mit ISO 9141-2 K Ausgang, Stift 10 mit J1850 Bus, Stift 14 mit CAN Low (J-2284), Stift 15 mit ISO 9141-2 L Ausgang und letztlich Stift 16 mit der Batterie (+)-Spannung. Es sind also nicht alle Stifte grundsätzlich nach OBD2/EOBD belegt. Alle freien Stifte können von den Herstellern frei belegt werden. 

Arbeitsweise von OBD

Bei OBD gibt es zwei verschiedene Überwachungssysteme. Stromkreise von abgasrelevanten Systemen, Zündaussetzer, Einspritzung oder die Lambdasonde werden permanent überwacht. Andere Systeme werden nur bei Durchlaufen eines bestimmten Fahrzyklus überwacht. Dies erfolgt unter vorher definierten Betriebsbedingungen. Dazu gehören beispielsweise der Katalysator oder das Tankentlüftungssystem. Erst, wenn der Fehler in zwei aufeinanderfolgenden Fahrzyklen auftaucht wird der Fehlercode als bestätigt gespeichert. Falls der Fehler nicht mehr auftritt, erlischt die Leuchte – nach 40 durchlaufenden Zyklen ohne Fehler wird er aus dem OBD Speicher gelöscht (dazu unten mehr). 

Wofür stehen die Fehlercodes der OBD?

Mit der Einführung des OBD2 Standards wurden die einzelnen Fehlercodes der Hersteller durch genormte Fehlercodes ersetzt. Der erste Buchstabe deutet auf den Bereich hin, in welchem der Fehler aufgetreten ist. So steht „P“ zum Beispiel für Powertrain, in Deutsch also Antrieb. Die zweite Ziffer kann eine „0“ sein, so ist es genormt. Bei „1“ oder anderen Ziffern sind es herstellerspezifische Codes. Die dritte Ziffer bezeichnet die Baugruppe, in der der Fehler aufgetreten ist. So steht die „4“ beispielsweise für Systeme der Abgasreinigung. Die letzten beiden Ziffern stehen für das Bauteil und die Art des Fehlers.

Wofür stehen die verschiedenen Modi der OBD?

Der Funktionsumfang der OBD ist in zehn verschiedene Modi unterteilt. „Mode 01“ erlaubt die Abfrage aktueller Diagnosedaten. Er erteilt Zugriff auf die Datenwerte und kann Sensordaten und andere Parameter in Echtzeit anfragen und anzeigen. Weiterhin kann über den „Mode 01“ auch der sogenannte „Readiness Code“ angezeigt werden. Dieser wird in zwei Zahlenreihen im zwölfstelligen Binärcode angezeigt. 

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Die erste Zahlenreihe zeigt, was im Auto verbaut ist. Dabei hat jede Stelle eine eigene Bedeutung. Die „0“ zeigt, dass das Teil nicht vorhanden ist, eine „1“ heißt, dass es vorhanden ist. Die zweite Zahlenreihe zeigt ebenfalls mit 1er und 0er an, ob eine Diagnose durchgeführt worden ist („0“), oder noch nicht („1“). Dabei wird jedoch keine Fehlererkennung angezeigt. Der „Mode 02“ erlaubt die Abfrage der Freeze Frame Daten, also solche, die beim Auftreten eines Motor-Fehlercodes gespeichert wurden. „Mode 03“ stellt die bestätigten emissionsrelevanten Fehlercodes dem externen Diagnosegerät zur Verfügung. Die meisten Automobilhersteller legen auch ihre eigenen herstellerspezifischen Fehlercodes dort ab. „Mode 04“ kann dem Steuergerät mithilfe eines externen Diagnosegerätes befehlen, alle emissionsrelevanten Daten zu löschen. Dazu zählen alle Fehlercodes inklusive der Freeze Frame Daten und weiterer Daten. Auch herstellerspezifische Daten können im Einzelfall dadurch gelöscht werden. „Mode 05“ ist für die Abfrage von den Lambdasonden Überwachungs-Testergebnissen zuständig. Die Abfrage von den nicht kontinuierlich überwachten Systemen erfolgt über „Mode 06“. Für das Auslesen von Daten, die während eines Arbeitszyklus durchgefallen sind, jedoch nicht ausreichend waren, um einen Fehlercode zu erzeugen, ist der „Mode 07“ zuständig. Der „Mode 08“ ist in Europa in der Regel nicht belegt. Dagegen ist der „Mode 09“ für den Zugriff auf spezielle Fahrzeug Informationen zuständig, so zum Beispiel die Fahrgestellnummer (VIN). Weiters gibt es noch den „Mode 0A“, welcher den Diagnosegeräten ermöglicht, alle Fehlercodes mit dem Status „permanenten DTC“ auszulesen. Damit werden die Fehlercodes in dem Speicher des Steuergeräts erhalten, bis festgestellt wird, dass der Fehler nicht mehr vorhanden ist. 

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Was wird im Fehlerspeicher gespeichert?

Der Fehlerspeicher ist Teil des Steuergeräts in modernen Fahrzeugen mit OBD Schnittstelle. Es kann Aufzeichnungen über Fahrzeugpannen oder technische Mängel führen. Zu diesem Zweck prüft die Steuereinheit beispielsweise, ob die empfangenen Messwerte angemessen sind oder prüft speziell, ob sie mögliche Fehler aufweisen.

Die während dieses Vorgangs festgestellten Fehler werden nichtflüchtig gespeichert. Zu diesem Zweck verwenden die meisten von ihnen ein EEPROM. Jede Steuereinheit speichert nur ihre eigenen Fehler, sodass tatsächlich viele unabhängige Fehlerspeicher im Fahrzeug vorhanden sind.

Sind alle Fehlercodes schlecht?

Oft trifft man auf Unwissende, welche denken, dass alle Fehlercodes schlecht sind. Das ist ein häufig auftretendes Missverständnis. Grundsätzlich gilt: Autos weisen Fehlercodes auf und das ist nicht unbedingt schlecht. Die Fehlercodes variieren von Hersteller zu Hersteller und sind normal. Es gibt nur wenige Fehlercodes, die der Hersteller nicht möchte, was zu Komplikationen führen kann.

Wie kann man den Fehlerspeicher auslesen?

In der Auto-Reparatur Werkstatt kann man mithilfe des Diagnosetesters, des Datenrekorders und des Fahrzeugdiagnosesystems den Fehlerspeicher auslesen, um die Zeit für die Fehlerdiagnose zu verkürzen. Je nach Fahrzeug müssen entweder alle vorhandenen Steuergeräte automatisch abgefragt oder einzeln manuell adressiert werden. Nach der Fehlerbehebung wird der Fehlerspeicher zurückgesetzt oder gelöscht.

Mittlerweile muss man jedoch nicht mehr für jede Fehlerauslese zu einer Auto-Reparatur Werkstatt. Wir möchten euch an dieser Stelle „Carly“ vorstellen.  Carly ist eine App zur Diagnose, mit der ihr Autos direkt von eurem Telefon auslesen könnt. Ihr müsst lediglich den Carly-Adapter an das Auto anschließen, über BLE (Bluetooth Low Energy) eine Verbindung zur App herstellen und die Taste drücken, um die Fehlercodes auszulesen. Insgesamt dauert es einige Minuten, und am Ende erhaltet ihr eine vollständige Liste aller Fehlercodes und Beschreibungen. 

Was kostet es, den Fehlerspeicher auszulesen?

Wenn der Fehler in der Werkstatt diagnostiziert wird, kostet es 25 bis 60 Euro. Wenn ein schwerwiegender Fehler entdeckt wird und sofort behoben werden muss, wird er teurer. Wie hoch die Rechnung ist, hängt dann von den entsprechenden Reparaturen ab. In jedem Fall lohnt sich ein Kostenvoranschlag. Manchmal wird der Fehlerspeicher in einigen autorisierten Fabriken kostenlos gelesen. Die Dauer dieses Vorgangs ist mit durchschnittlich 15 bis 30 Minuten immer vergleichbar. Ein wirklich professionelles Diagnosegerät für eure Automarke kostet mehrere tausend Euro.

Doch wie sehen die Kosten bei Carly aus? Zunächst braucht ihr den Carly Adapter. Dieser kostet einmalig 59,90 Euro. Die App dazu könnt ihr im AppStore oder im PlayStore kostenlos erwerben und damit auch schon einige Funktionen nutzen. Ihr könnt euch dann entscheiden, ob ihr die Lizenz für eine einzige Automarke kaufen wollt (Kosten variieren) oder eine vollumfängliche Lizenz für alle angebotenen Automarken erwerben möchtet. Ihr könnt euch weiterhin entscheiden, ob ihr monatlich oder jährlich bezahlen wollt. Eine Lizenz für alle unterstützten Automarken erhaltet ihr bereits für 6,17 Euro pro Monat. 

Carly für Mercedes

Eine einzelne Lizenz für Mercedes kostet aktuell 2,42 Euro pro Monat. Neben den „normalen“ Funktionen einer On Board Diagnose gibt es noch weitere Features, die Carly euch bieten kann. 

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Zum Beispiel bietet Carly die Funktion, Gebrauchtwagen zu überprüfen. Dabei wird beispielsweise geschaut, ob eine Manipulation des Kilometerzählers vorliegt. Von allen in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen werden rund ein Drittel der Tachometer manipuliert. Das verursacht jedes Jahr Schäden im 9-stelligen Bereich. 

mercedes obd diagnosegerät

Ihr könnt euer Auto jedoch auch mithilfe der Codierung personalisieren. Dadurch werden die voreingestellten Funktionen des Herstellers aktiviert. Ihr könnt beispielsweise das automatische Start-Stopp-System dauerhaft ausschalten oder eure Lichter personalisieren.

Eine weitere nützliche Funktion ist der Gesundheitszustand. Das Ampelsystem zeigt euch den Status des Autos an. Rot bedeutet sehr schlecht und man sollte am besten sofort eine Werkstatt aufsuchen. Gelb bedeutet, dass das Auto einige kleinere Probleme hat, aber es noch keine großen Auswirkungen hat. Es sollte dennoch überprüft werden. Grün bedeutet, dass in eurem Auto alles in Ordnung ist und ihr euch keine Sorgen machen müsst.

Fazit

Dem OBD haftet heute immer noch ein mysteriöses Image an. Bewundernd schaut man dem Mitarbeiter zu, wie er die verschiedenen Codes ausliest, zuordnet und anschließend löscht. Doch wie ihr gesehen habt, steckt dahinter gar nicht so viel mysteriöses. Wer sich ein bisschen damit beschäftigt, kann selbst sein Auto überprüfen und auf hohe Kosten in der Werkstatt verzichten – mithilfe von Carly. 

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