Ist es erlaubt mein Auto zu Hause zu lackieren

Ihr habt das Know-how euer Auto selber zu lackieren und möchtet nicht in die Werkstatt fahren und dafür Geld zahlen. Ihr seid euch aber nicht sicher, ob das denn erlaubt ist. Wir werden euch heute über das Thema aufklären und euch mehrere Infos rund um dieses Thema geben!

Also, ist es erlaubt mein Auto zu Hause zu lackieren? Rein rechtlich gesehen gibt es kein Gesetz, welches das Lackieren eines Autos zu Hause verbietet. Das gilt für Komplettlackierungen, als auch für Spraydosen-Lackierungen. Eine komplette Lackierung muss lediglich in die Zulassung eingetragen werden. Dennoch können bei einer Komplettlackierung bzw. bei einer Lackierung, bei der viele Dämpfe entstehen, rechtliche Probleme entstehen. Die Schädlichkeit dieser Dämpfe ist nicht mit dem Umweltgesetz vereinbar. Des Weiteren spielt der Standort der Arbeitsstelle eine Rolle. Am Land, in einer abgelegenen Garage, wird es keine Anzeige geben. In der Stadt kann eine Anzeige durch die Polizei oder den Nachbarn durchaus vorkommen. Im Falle der Spraydosen-Lackierung sollte es keine rechtlichen Konsequenzen geben. Eine genauere rechtliche Auskunft über das Lackieren kann das örtliche Ordnungsamt geben. Außerdem muss beachtet werden, dass die Farbe Lack technisch anerkannt und legal ist. Das Equipment zum Lackieren muss auch so intakt sein, dass es euch nicht in eurer physischen Verfassung verletzen kann.

Wenn ihr euch also entschieden habt, das Auto selbst zu lackieren, müsst ihr noch viele weitere Dinge beachten, um das perfekte Ergebnis zu erzielen. Außerdem geben wir euch Tipps, wie ihr möglichst viele Kosten sparen könnt und somit finanziell deutlich der Lackierung in der Werkstatt überlegen seid. Des Weiteren werden wir euch ein paar kostengünstige Alternativen zum oft riskanten Lackieren präsentieren.

Muss ich die Umlackierung meines Autos in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen?

Die Neu- Lackierung eines Autos muss grundsätzlich nicht sofort in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden oder dem TÜV gemeldet werden. Dies muss erst geschehen, wenn sich die Zulassungsbehörde das nächste Mal mit der Zulassung beschäftigt. Nach Paragraph 13 der Fahrzeug-Zulassungsbehörde ( FZV) heißt es: “Andere Änderungen von Fahrzeug- und Halterdaten sind der Zulassungsbehörde bei nächster Befassung mit der Zulassungsbescheinigung mitzuteilen.” Hierzu zählt auch eine Ummeldung des Autos.

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Des Weiteren muss eine Lackierung eingetragen werden, wenn sonstige Änderungen am Auto vorgenommen werden.

Sollte dies nicht getan werden, ist das im Grunde eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Bußgeldstrafe von bis zu 2000€ bestraft werden oder Ihnen kann die Zulassung entzogen werden.

Dennoch werden solche Widrigkeiten nur äußerst selten rechtlich verfolgt. Solltet ihr dennoch von der Polizei aufgehalten werden und aus undenkbaren Gründen mit dieser Thematik konfrontiert werden, ist der Zeitpunkt der Lackierung entscheidend. 

Da kann eine Notlüge natürlich helfen.

Allerdings sollte beachtet werden, dass eine Lackierung eine Änderung der Farbe des Autos ist und somit früher oder später in die Fahrzeugdaten eingetragen werden muss.

Wie funktioniert eine Lackierung überhaupt?

Egal ob man die Lackierung privat oder in der Werkstatt durchführen lässt; die Frage wie eine Lackierung funktioniert, ist essenziell für jeden Betroffenen. Einerseits kann man dadurch Fehler bei der Arbeit bemerken, zum Anderen kann man viel Geld sparen. Und das kann bei einer oft so kostspieligen Lackierung von großer Bedeutung sein.

Also, wie läuft eine Lackierung im Detail ab?

Zunächst muss erwähnt werden, dass eine unprofessionelle Lackierung immer sichtbar sein wird. Es kann nicht erwartet werden, dass man mit ein paar Haushaltsmitteln und einer Anleitung aus dem Internet, ein Wagen perfekt lackiert werden kann. Man sollte sich im Klaren sein, dass der Verkauf eines schlecht lackierten Autos äußerst schwierig ist und zu einem großen Wertverlust des Wagens führen kann. Eine wirklich hochwertige Lackierung ist nur mit dem professionellem Equipment möglich und hat auch nur so einen wirklichen Zweck. Doch bei genug Erfahrung steht einer Lackierung durch eigene Hand nichts im Wege.

Die Lackierung unterteilt sich in mehrere Schritte, wobei der wesentliche Fokus auf die Vorbereitung gelegt werden sollte! Hier eine grobe Zusammenfassung:

  1. Schritt: Säuberung des Autos: Jeder der dachte, sein Auto sei schon einmal sauber gewesen, muss bei dieser Vorbereitung noch ein Level zulegen. Gründlich mit Wasser und Shampoo reinigen und ordentlich trocknen. Keine Wachsprodukte verwenden! 
  2. Schritt: Abmontieren aller Komponenten und entfernen von Silikon: Entfernt  soviel wie möglich. Radkappen, Antenne, Lichter… usw. Damit verhindert man, dass Stellen lackiert werden, die gar nicht vorgesehen waren. Außerdem ist es notwendig Öl, Silikon, Fett… usw. zu entfernen. Ansonsten wird der Lack nicht haften oder man wird Bläschen entdecken. Dafür eignet sich ein Silikonreiniger.
  3. Schritt: Anschleifen, Ausbeulen und Abkleben: Damit der Lack gut halten kann, muss das Auto gründlich geschliffen werden. Nehmt Acht an Ecken und Kanten; hier kann sehr leicht Metall erreicht werden. Da Beulen bei neuem Lack  noch stärker zu sehen sind, empfiehlt es sich viel Zeit in das Ausbeulen und Spachteln zu investieren. Zu guter Letzt muss der Wagen abgeklebt werden, d.h., dass Stellen, wie der Gummi des Fensters oder die Hohlräume der Lichter, sorgfältig geschützt werden sollten. Investiert genug Zeit in die Vorbereitung! Hier entscheidet sich großteils der Erfolg der gesamten Lackierung und hier können auch Fehler vermieden werden.
  4. Schritt: Vorbereiten des Arbeitsplatzes: Der Raum sollte optimalerweise geschlossen sein und die Wände sollten geschützt sein; der Lack kann sich hier festsetzen. Außerdem sollte nach der Lackierung so wenig Staub, Insekten… usw.  wie möglich zum Auto gelangen.
  5. Schritt: Grundierung: Oft wird die Grundierung vergessen; jedoch ist sie ausschlaggebend für den Ausgang. Ab diesem Zeitpunkt solltet ihr einen Ganzkörperschutz und eine Atemschutzmaske tragen. Zuerst muss das Auto sorgfältig grundiert werden, besonders an den Roststellen. Lasst den Wagen lang genug trocknen und schleift ihn dann noch ab. Dabei kann die Gebrauchsanleitung sehr hilfreich sein, um Fehler zu vermeiden.
  6. Schritt: Lackierung: Für die Lackierung kleiner Stellen, ist zumeist nur eine Sprühdose notwendig. Überarbeitet immer die ganze Problemstelle und haltet genug Abstand (25 cm) ! Für eine Komplettlackierung werden ein Mischeimer, ein Kompressor und eine Sprühpistole benötigt. Lackiert alle Stellen gleichmäßig und langsam. Die Farbe sollte zwar verdünnt werden, aber auch nicht zu flüssig sein; hierzu solltet ihr unbedingt die Anweisungen des Herstellers beachten. Das anschließende Trocknen kann bis zu 7 Tage dauern; in dieser Zeit sollte kein Staub usw. in die Nähe des Wagens kommen.
  7. Schritt: Nachbereitung: Das nun trockene Auto sollte mit einem feinen Schleifpapier geschliffen werden. Für den optimalen Glanz kann das Auto noch frisch poliert werden.

Die Spraydosen-Lackierung

Für eine Spraydosen-Lackierung sind im Großen und Ganzen die gleichen Dinge zu beachten, wie bei einer Komplettlackierung. Das Auto sollte vor Staub und Sonnenstrahlen geschützt sein und ihr solltet euch optimalerweise mit Atemschutzmaske & Co schützen.

Der Sprühdosenlack sollte eine Temperatur von ca. 24°C-28°C haben und die Außentemperatur sollte nicht unter 18°C sein. Wie bei der Komplettlackierung tragt dann Grundierung-Basislack-Klarlack auf und lasst die Stelle trocknen. Es empfiehlt sich lieber öfter ein wenig aufzutragen, als einmal zu viel. Außerdem kann man den Lack kurz vorher etwas erwärmen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Wie viel Liter Lack benötigt eine komplette Neulackierung?

Das hängt stark von der Größe des Autos und der Genauigkeit der Arbeit ab. Bestenfalls erkundigt euch beim Hersteller, wie viel Lack für das betroffene Auto benötigt wird. Jedoch kann für ein Auto der Größe Audi A4, eine Lackmenge von etwa 3.3 Liter angenommen werden. Zusätzlich werden noch circa 3.3 Liter für die Grundierung benötigt. 

Diese Werte können aber sehr stark schwanken; deswegen empfehlen wir bestenfalls etwas mehr Lack zu kaufen. Andernfalls steht man dann mit einer leeren Sprühpistole bei der Lackierung da. 

Kosten einer Lackierung

Die Kosten für eine Lackierung zu Hause sind sehr variabel und abhängig von der Qualität der Lackierung. Ein hochwertiger Lack ist teurer als ein minderwertiger Lack. Außerdem muss die Größe des Schadens bzw. die Größe des Autos beachtet werden. Abgesehen von dem Lack wird auch noch das Equipment benötigt. Dazu gehören u.a. Schleifpapier, Sprühpistole, Schutzausrüstung…! Des Weiteren nimmt eine Selbst-Lackierung sehr viel Zeit in Anspruch, primär die Vorbereitung; deshalb sollte auch hier gut geplant werden. 

Für die Lackierung eines Mittelklassewagens zahlt man in einer Werkstatt, abhängig von der Qualität, circa 3000€- 8000€. Eine Lackierung zu Hause kostet deutlich weniger. Wer nur kleine Stellen ausbessern möchte, kann eine hochwertige Spraydose schon ab 35€ pro Liter erwerben.

Vor- und Nachteile der Selbst-Lackierung:

Vorteile:

  • Eine Selbst Lackierung ist immer billiger
  • Ihr könnt kreativer agieren
  • Man muss auf keinen Termin in der Werkstatt warten
  • Spaßfaktor

Nachteile:

  • Ergebnisse werden eine professionelle Lackierung nie übertreffen
  • Es können fatale Fehler begangen werden
  • Langfristig wird das Auto an Wert verlieren
  • Der Vorgang an sich ist enorm zeitaufwändig

Wir empfehlen deshalb die Vorbereitungsarbeiten zu Hause zu erledigen; diese nehmen am meisten Zeit in Anspruch und man kann meistens auch keine fatalen Fehler machen. Werkstätten verrechnen meistens einen Stundenlohn; für eine Komplettlackierung kann die Werkstatt einen Zeitraum von ca. 20-30 Stunden annehmen. So könnt ihr bis zu 60% der Gesamtkosten einsparen. Für die eigentliche Lackierung solltet ihr aber für das beste Ergebnis eine Werkstatt aufsuchen. Diese hat das notwendige Equipment und die Erfahrung. Und eine Lackierung in der Werkstatt ist mit Sicherheit qualitativer und professioneller als zu Hause.

Alternative Folieren

Das Folieren eines Autos ist die vermutlich einfachste und effizienteste Methode ein Auto zu Hause optisch zu verändern oder aufzuwerten. Die wohl bekannteste Methode ist das Car-Wrapping; Hierbei werden selbstklebende und hochelastische Folien auf ein Auto aufgetragen. Die Kosten hierfür sind zumeist billiger und die Folien sind auch schnell abnehmbar. Wie bei der Lackierung muss das Auto gründlich gewaschen/entfettet werden und Komponenten müssen ausgebaut werden. Dann wird die Folie auf den Wagen gelegt und glatt gestrichen; hierbei dürfen keine Bläschen entstehen. Für Ecken und Kanten kann die Folie zugeschnitten und erhitzt werden; dadurch wird sie viel elastischer. Ein frisch foliertes Auto sollte 2-3 Wochen nicht gewaschen werden, da sich ansonsten die Farbe lösen kann.

In einer Werkstatt kann man sein Auto schon ab 2000€ von Profis folieren lassen. Doch auch hier gilt: in der Werkstatt werden fast immer die besten Ergebnisse erzielt.

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