Warum qualmt mein Auto Blau? Was muss ich tun?

11.05.2020 | Gebrauchtwagen Check, Hobby Schrauber

Früher war Qualm aus dem Auspuff normal, heute fallen einem Autoabgase kaum noch auf. Da Abgase moderner Autos nahezu unsichtbar sind, drängen sie sich nicht in unser Bewusstsein. Das passiert dafür umso stärker, wenn der Auspuff blau qualmt.

Euer Instinkt sagt euch vermutlich, dass bläuliche Abgase aus dem Auspuff ein Indiz für einen technischen Mangel sind. Diese Warnung solltet ihr ernst nehmen. Allerdings ist bei einem Mofa blauer Auspuffrauch völlig normal. Was ist also die Ursache für blauen Qualm?

Also, warum qualmt mein Auto blau? Der Viertaktmotor eines Autos kann aus verschiedenen Gründen blau qualmen. Manchmal sie die Ursachen harmlos, da kein technischer Defekt vorliegt. Dann gibt es noch technische Defekte, wegen derer Schmieröl in den Brennraum gelangt. Denn gelangt Schmieröl in den Brennraum des Motors, verbrennt es gemeinsam mit dem Treibstoff und kommt als blauer Rauch aus dem Auspuff. Es verschiedene Gründe, warum Schmieröl in den Brennraum eines Motors gelangt. Mögliche Ursachen sind:

  • Chiptuning
  • ein zu hoher Ölstand
  • die Einspritzdüsen sind defekt
  • ein defekter Turbolader
  • die Abgasreinigung ist defekt, weil die Lambdasonde nicht korrekt funktioniert

Anders als Viertaktmotoren haben Zweitaktmotoren immer bläuliche Abgase, was an der Bauweise liegt. Wegen ihrer geringen Zahl spielen Zweitaktmotoren im täglichen Straßenverkehr eine untergeordnete Rolle. Eingesetzt werden sie zum Beispiel bei Mofas.

Autos werden von Viertaktmotoren angetrieben. Um die Umweltbelastung durch Abgase auf ein Minimum zu reduzieren ist viel Elektronik mit an Bord, die für eine optimale Verbrennung und Abgasreinigung sorgt.

Qualmt mein Auto blau, dann gelangt mit hoher Wahrscheinlichkeit Öl in den Brennraum. Das ist so nicht gewollt. Was die Ursache ist, lässt sich nicht einfach sagen. Moderne Autos bieten wegen ihrer komplexen Technik verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist, dass ihr blauen Rauch aus dem Auspuff ernst nehmt.

  Wo lasse ich mein Auto tunen? Wir helfen weiter!

Warum braucht ein Motor Schmier- bzw. Motoröl?

Autos mit Zweitaktmotoren stehen heute im Museum und Exoten wie zum Beispiel der Wankelmotor begegnen uns auf der Straße äußerst selten. Den Antrieb von Autos, Lastkraftwagen und Bussen übernimmt der Viertaktmotor.

Der Viertaktmotor ist technisch ausgereift und arbeitet nach einem einfachen Prinzip. Im Brennraum wird ein Treibstoff-Sauerstoff-Gemisch verbrannt. Als Treibstoff dienen Benzin oder Diesel. Die Funktionsweise von Diesel- und Benzinmotoren ist prinzipiell dieselbe.

Durch Kompression kommt es zur explosionsartigen Verbrennung des Treibstoffs, welche die Kolben in Bewegung versetzt. Die Antriebsenergie wird dann über Pleuel, Kurbelwelle, Getriebe und Achsen an die Räder übertragen.

Herz des Autos ist nach wie vor der Verbrennungsmotor. Ein moderner Motor ist eine komplexe Maschine mit vielen beweglichen Teilen. Allerdings bedeuten viele bewegliche Teile viel Reibung, bei der Hitze entsteht.

Um die Reibung gering zu halten, müssen alle beweglichen Teile gut geschmiert werden. Vor allem die Kolben des Motors müssen angesichts der hohen Drehzahlen gut geölt sein, ansonsten bleiben sie stecken.

Das Motoröl, auch Schmieröl oder einfach Öl genannt, fließt durch Kanäle im Motor und sorgt für eine permanente Schmierung. Dabei bewegt sich das Motoröl in einem geschlossenen Kreislauf, weshalb kaum Öl verloren geht. Schon gar nicht darf es in den Brennraum gelangen.

Kommt Motoröl dennoch in den Brennraum, dann gibt es dafür einen Grund. Meistens liegt ein technischer Defekt des Motors vor. Einen technischen Defekt dürft ihr keineswegs missachten oder als harmlos einstufen. Schon gar nicht sollt ihr mit dem Auto weiterfahren.

Motoröl im Brennraum des Motors könnt ihr anhand verschiedener Möglichkeiten erkennen. Eine davon ist die Farbe der Abgase, die sich wegen des verbrennenden Motoröls bläulich färben. Allerdings sind die Abgase von Mofas immer bläulich.

Warum Mofas blau qualmen dürfen oder sogar müssen

Wie bereits erwähnt, werden kleine einspurige Kraftfahrzeuge von einem Zweitaktmotor angetrieben. Grundsätzlich funktioniert auch der Zweitaktmotor nach denselben Prinzipien wie der Viertaktmotor. Es gibt einige wenige Unterschiede.

Einer liegt darin, dass der Zweitaktmotor keine eigene Schmierung hat. Damit die beweglichen Teile ausreichend geschmiert werden, wird dem Treibstoff Schmieröl beigemengt. Mofas fahren daher mit einem Treibstoff-Schmieröl-Gemisch.

Bei jedem Nachtanken an der Zapfsäule wird also nicht nur Treibstoff, sondern auch Motoröl nachgetankt. Das getankte Gemisch aus Treibstoff und Schmieröl übernimmt somit zwei Funktionen: Der Treibstoff dient der Fortbewegung, das Schmieröl der Schmierung.

Da Motoröl beim Verbrennen die Abgase blau färbt, haben Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren bläuliche Emissionen. Das kann man zum Beispiel an den Abgasen eines Mofas gut beobachten.

Bei diesen Fahrzeugen ist blauer Qualm aus dem Auspuff somit völlig normal. Wenn aber euer Auto blau qualmt, dann ist das ein Alarmsignal. In dem Fall solltet ihr dem Problem nachgehen und mit eurem Auto auf keinen Fall weiterfahren. 

Es gibt verschiedene Antworten auf die Frage: Warum qualmt mein Auto blau? Außerdem stellt sich die Frage, wie ihr euch bei blauem Auspuffqualm richtig verhaltet. Hier bieten wir euch einige Antworten und Hilfestellungen auf eure Fragen.

Warum qualmt mein Auto blau und was sind die Ursachen?

Warum qualmt mein Auto blau, kann verschiedene Gründe haben. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, könnt ihr die Ursachen in zwei Gruppen unterteilen: in solche ohne technischen Defekt und mit technischem Defekt.

Es gibt nur wenige Ursachen für blauen Qualm, wo kein technischer Defekt vorliegt. In dem Fall habt ihr Glück gehabt. Aber woher wisst ihr, dass die Ursache harmlos ist und kein schwerer technischer Mangel vorliegt?

Dann ist da noch das Problem, dass ihr den technischen Defekt selbst verursachen könnt, ohne dass es euch bewusst ist. Ein Beispiel ist das Chip-Tuning, auf das wir in einem eigenen Absatz eingehen. 

Warum qualmt mein Auto blau und warum muss ich mir keine Sorgen machen?

Nicht immer müsst ihr eine teure Reparatur befürchten, wenn aus dem Auspuff blauer Qualm kommt. Unter bestimmten Bedingungen sind die Abgase blau, obwohl das Auto tadellos funktioniert. Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Kaltstart: Manchmal kann es beim Kaltstart des Motors aus dem Auspuff blau qualmen. Der Grund ist die Kaltstartanreicherung bei einem Auto mit Benzinmotor. Das ist normal und gibt keinen Anlass sich zu sorgen. 

Allerdings sollte der blaue Qualm aus dem Auspuffrohr nach kurzer Zeit verschwunden und die Abgase wieder farblos sein. Qualmt es auch nach Minuten noch blau aus dem Auspuff, liegt vermutlich ein technisches Problem vor. 

Von einem technischen Problem müsst ihr auch dann ausgehen, wenn ihr ein Auto mit Dieselmotor habt. Denn bei Dieselautos gibt es keine Kaltstartanreicherung. Qualmt es beim Diesel nach dem Kaltstart blau aus dem Auspuff, dann kann es aber auch am zu hohen Stand des Motoröls liegen. 

2. Zu viel Motoröl eingefüllt: Gut geschmiert läuft der Wagen besser! Das ist richtig. Allerdings solltet ihr es mit der Schmierung des Motors nicht zu gut meinen. Also füllt nie zu viel Motoröl ein. Dem Motor ist damit nicht geholfen und es kostet Geld. 

Denn zu viel Motoröl bedeutet, dass der Druck im Ölkreislauf zu hoch ist. Dadurch wird das Motoröl an den Kolbenringen vorbei in den Brennraum gedrückt. Und genau dort gehört es nicht hin.

In der Folge verbrennt das Motoröl gemeinsam mit dem Treibstoff und entweicht als blauer Qualm durch den Auspuff. Qualmt ein Auto blau, dann könnt ihr folgendes machen.

Überprüft den Ölstand anhand des Ölstabs. Zeigt er einen Stand weit über dem Maximum, liegt vermutlich hier die Ursache. Zur Behebung könnt ihr in der Werkstatt einen Ölwechsel vornehmen lassen.

Tipp: Bevor ihr den Ölstand messt, lasst den Motor nach dem Abstellen mindestens fünf Minuten ruhen. Denn der Ölmaßstab gibt nur dann eine zuverlässige Auskunft, wenn der Motor kalt ist. Bei einem warmen Motor ist das Motoröl noch im Umlauf und somit zu wenig Öl in der Ölwanne. Wenn ihr zu diesem Zeitpunkt den Ölstand messt, zeigt der Ölmaßstab fälschlicherweise einen zu niedrigen Ölstand.

Sind weder Kaltstart noch ein zu hoher Ölstand die Ursache, dann ist blauer Rauch aus dem Auto auf einen technischen Mangel zurückzuführen. In dem Fall solltet ihr sofort den Motor abstellen. Nur so könnt ihr einen noch größeren Schaden verhindern.

Was könnt ihr tun, wenn ihr einen technischen Mangel vermutet?

Vermutet ihr einen technischen Defekt als Ursache, dann solltet ihr den Wagen so schnell wie möglich in die Werkstatt stellen. Denn selbst reparieren ist kaum möglich und wegen des Schadens solltet ihr schnell handeln. 

Auto defekt blauer Rauch

Ein Aufenthalt in der Werkstatt kostet zwar Geld, das ist aber gut investiert. Denn ein kleiner Mangel kann sich beim Weiterfahren mit dem Auto schnell zu einem großen Schaden entwickeln. Und dann kostet euch eine Reparatur mehrere tausend Euro.

Hier könnt ihr nachlesen, welche technischen Mängel ihr an blauen Qualm und anderen Merkmalen erkennt. Außerdem verraten wir euch Tipps zum richtigen Umgang mit eurem Auto und der Werkstatt, wenn blauer Qualm aus dem Auspuff kommt.

Wenn blauer Qualm aus dem Auto ein Indiz für einen technischen Mangel ist

Nicht immer muss blauer Qualm aus dem Auto einen technischen Defekt als Ursache haben. In vielen Fällen ist es ein zu hoher Ölstand oder der blaue Qualm löst sich wenige Minuten nach dem Kaltstart sprichwörtlich in Luft auf.

Aber auch technische Mängel können der Grund sein. Allerdings kommen gleich mehrere Möglichkeiten in Betracht. Diese zu Lokalisieren ist gar nicht so einfach, wie man denken möchte. Auch erfahrenen Selbstschraubern bleibt meist nur der Weg in die Werkstatt.

Zu viel Treibstoff wegen defekter Einspritzdüsen

Einspritzdüsen oder Injektoren sollen die richtig dosierte Menge Treibstoff in den Brennraum einspritzen. Gelangt zu viel Treibstoff in den Brennraum, kann es zu Problemen bei der Verbrennung kommen.

Kommt zu viel Treibstoff in den Brennraum, verschiebt sich das Verhältnis von Treibstoff und Sauerstoff. Der für die Verbrennung benötigte Sauerstoff ist nicht in der nötigen Menge vorhanden.

Wegen Sauerstoffmangel verbrennt der Treibstoff nicht, was zu blau gefärbten Abgasen führen kann. Dieselbe Ursache kann auch schwarze Abgase bewirken. Das ist dann der Fall, wenn der überdosierte Treibstoff nicht korrekt verbrennt und verkohlt aus dem Auspuff geschleudert wird. 

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Warum Einspritzdüsen dem Brennraum zu viel Treibstoff zuführen, kann verschiedene Ursachen haben:

  • es kann ein Defekt der Einspritzdüsen oder der Einspritzpumpe vorliegen. 
  • eine andere Möglichkeit ist eine defekte oder falsch eingestellte Motorsteuerung

So löst ihr das Problem: Lasst euren Wagen zeitnah in einer Werkstatt überprüfen. In manchen Fällen kann durch eine Reinigung der Einspritzdüsen das Problem behoben werden. Muss eine Einspritzdüse getauscht werden, müsst ihr mit ein paar hundert Euro Reparaturkosten rechnen.

Sind es mehrere Düsen, die getauscht werden müssen, könnt ihr mit einem Set Geld sparen. In dem Fall müsst ihr für die Reparatur dennoch mit über tausend Euro rechnen. Um die Kosten gering zu halten, könnt ihr euch von mehreren Werkstätten Angebote einholen.

Die Kolbenringe sind defekt

Kolbenringe umgeben den Kolben und füllen den Raum zwischen Zylinderwand und Kolben. In der Regel hat ein jeder Kolben drei Kolbenringe, von denen ein jeder eine spezifische Aufgabe hat.

Ein Kolbenring hat die Aufgabe das Schmieröl abzustreifen und verhindert so, dass Schmieröl in den Brennraum gelangt. Die Lebensdauer der Kolbenringe überdauert in der Regel die Lebensdauer eines Autos. Grundsätzlich müssen Kolbenringe daher nie gewechselt werden.

Wenn aber qualitativ schlechtes Motoröl verwendet wird oder die Serviceintervalle nicht eingehalten werden, kann es zum vorzeitigen Verschleiß der Kolbenringe kommen. In der Folge dringt Motoröl in den Brennraum ein, wo es verbrennt und als blauer Qualm aus dem Auto kommt.

Die Lösung: Die Kolbenringe müssen getauscht werden, was aber mehrere tausend Euro kostet. Noch teurer wird es, wenn ihr mit dem Auto weiterfahrt, anstatt es reparieren zu lassen. In dem Fall ist sogar ein Kolbenfresser möglich, was den Tausch des Motorblocks nötig macht. Die billigere Lösung sind qualitativ hochwertiges Motoröl und das Auto regelmäßig zum Service zu bringen.

Poröse Ventilschaftdichtungen

Wie der Name Ventilschaftdichtungen vermuten lässt, sitzen diese Dichtungen an den Ventilen. Sie sorgen dafür, dass der Brennraum abgedichtet ist. Allerdings sind Ventilschaftdichtungen wegen der hohen Temperaturen einer enormen Belastung ausgesetzt.

Unter dem Einfluss der Belastung können Ventilschaftdichtungen porös und undicht werden. Die Folge ist, dass Öl in den Brennraum gelangen kann, wo es gemeinsam mit dem Treibstoff-Sauerstoff-Gemisch verbrennt und wieder einmal qualmt mein Auto blau.

Was könnt ihr tun? Ob verschlissene Ventilschaftdichtungen blauen Qualm aus dem Auspuff verursachen, kann nur eine Werkstätte feststellen. Da der Wechsel aufwendig ist, müsst ihr mit hohen Reparaturkosten rechnen. 

Wenn der Turbolader Öl in den Brennraum bläst

Abgasturbolader werden bei Autos mit Benzin- und Dieselmotoren eingebaut. Durch die erhöhte Luftzufuhr steigern sie die Leistung des Motors und machen ihn effizienter. Das Auto hat mehr PS und fährt schneller. 

Hat der Turbolader einen Defekt, kann Schmieröl in den Luftstrom und in weiterer Folge in den Brennraum gelangen, wo es mit dem Treibstoff verbrennt und auch hier qualmt mein Auto blau.

Je mehr ihr beschleunigt, umso mehr arbeitet der Turbolader und umso stärker wird der blaue Qualm. Das ist ein Indiz für einen Defekt im Turbolader und ein Zeichen, in die Werkstatt zu fahren. 

Die Kosten für die Reparatur sind schwer abzuschätzen und reichen von ein paar hundert Euro bis zum Tausch des Turboladers, was ein paar tausend Euro verschlingen kann. 

Die Zylinderkopfdichtung oder der Zylinderkopf sind undicht

Damit Motor- oder Schmieröl nicht vom Zylinderkopf in den Brennraum gelangt, sind beide durch die Zylinderkopfdichtung voneinander getrennt. Hat die Zylinderkopfdichtung einen Riss, kann Motoröl in den Brennraum gelangen.

Was, wenn der Zylinderkopf einen Riss hat? Auch hier kann Motoröl in die Brennkammer eindringen, wo es bei der Zündung gemeinsam mit dem Treibstoff verbrennt und einmal mehr qualmt mein Auto blau.

Was könnt ihr tun? Ein Blick unter den Öldeckel und in den Kühler bringt Klarheit. Ist im Motoröl ein braun-weiser Schaum oder ist die Kühlflüssigkeit bräunlich, dann sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Zylinderkopf oder die Zylinderkopfdichtung defekt.

Alternative Ursachen für blauen Qualm

Die bisher genannten Ursachen sind nur beispielhaft, daher nicht abschließend. Es gibt noch weitere technische Defekte, die blaue Abgase verursachen. Wenn ihr euch fragt, warum qualmt mein Auto blau, dann können auch folgende Defekte die Ursache sein:

  • Die Lambdasonde des Katalysators ist defekt
  • Veraltete Zündkerzen verursachen Zündaussetzer

Chiptuning – so macht ihr euer Auto schneller (kaputt)

Ein Auto hat vier Räder, ein Chassis und einen Motor. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Allerdings stecken in Autos von heute mehr Chips und Computerprogramme, als man vermuten möchte. 

Wie das Nervensystem von Menschen sind moderne Autos mit Informations-Technologie durchzogen, die einzelne Bauteile und Module miteinander verwebt. Die Digitalisierung hat bei Kraftfahrzeugen längst Einzug gehalten und mit ihr das Chiptuning.

Leistungssteigerungen am Motor werden durch den Tausch von Chips und das Codieren der Steuerung erreicht. Vor allem mehr PS werden gewünscht und per Chiptuning geliefert. Allerdings hat das Chiptuning seine Tücken, wie ihr gleich erfahren werdet.

Es ist ohne Problem möglich, durch Chiptuning die Leistung des Motors zu erhöhen. Danach beschleunigt der Wagen schneller und die ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit wird übertroffen.

Was dabei gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass die Hardware des Autos für die gesteigerte Leistung nicht immer die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Die Folgen sind ein schneller Verschleiß mit teilweisen schweren Schäden. 

Ein Beispiel soll das Problem verdeutlichen

Chiptuning verspricht mehr Speed dank höherer Drehzahlen. Höhere Drehzahlen führen aber zu einer höheren Belastung von Kolben, Kolbenringen und Zylinder. Allerdings ist der Motor für diese hohe Belastung nicht gebaut.

Die höhere Belastung führt zu einer vorzeitigen Materialermüdung. Die Folgen können verformte oder gebrochene Kolbenringe sein. Dadurch dringt Motoröl in den Brennraum und verbrennt dort gemeinsam mit dem Treibstoff und wieder qualmt mein Auto blau.

Aber auch wenn kein technischer Defekt vorliegt, ist Chiptuning nicht ungefährlich. Ein weiteres Problem sind mögliche Verstöße gegen Gesetze. Denn nicht jede Veränderung am Auto ist erlaubt. Gültig ist Chiptuning dann, wenn vom TÜV ein gültiges Prüfzeugnis ausgestellt und das Chiptuning im Autobrief eingetragen wurde. 

Warum sollt ihr bei einem technischen Defekt nicht weiterfahren?

Qualmt mein Auto blau und ist ein technischer Defekt die Ursache, dann solltet ihr den Wagen schnell zur Reparatur bringen. Fahrt ihr aber mit eurem Auto weiter, dann kann das verschiedene Folgen haben, zum Beispiel:

  • das Auto verliert schnell Motoröl, da es bei jeder Zündung mit dem Treibstoff verbrannt wird
  • wegen des niedrigen Ölstands können sich die Kolben im Zylinder festfressen
  • ein Totalschaden des Motors ist möglich
  • die Leistung des Motors kann fallen
  • der Treibstoffverbrauch kann steigen
  • hohe Reparaturkosten drohen

Technischer Defekt Auto

Was könnt ihr noch tun, wenn blauer Qualm aus dem Auto kommt?

Wie bereits erwähnt, gleichen Autos von heute Computern auf vier Rädern. Zentrale Elemente des Autoelektrik sind die Steuereinheiten. Hier laufen die Informationen der verschiedenen Bauteile eines Autos zusammen. Auch Fehlermeldungen werden hier registriert. 

Daher wird bei einem jeden Besuch in der Werkstatt das Auto zuerst an einem Computer angeschlossen und die Fehleranalyse abgerufen. Gebrochene Kolbenringe werden dort nicht registriert, dafür aber ein Defekt im Katalysator und viele andere Fehlermeldungen.

Den Blick in die Fehleranalyse könnt ihr auch selbst machen, zum Beispiel mit einem Dongle und der dazu passenden Smartphone App. Beides kostet nicht die Welt und sind im Internet bereits ab rund 100 Euro erhältlich.

Damit könnt ihr jederzeit die Fehleranalyse eures Autos selbst kontrollieren und nebenbei Funktionen codieren, zum Beispiel das Layout des Navi neu gestalten oder die Rückfahrkamera aktivieren, sofern das noch nicht gemacht wurde.

Der große Vorteil ist der, dass ihr durch das Auslesen der Fehlermeldungen die Mängel eures Autos kennt. Muss der Wagen zur Reparatur in die Werkstatt, dann müsst ihr nicht alles glauben, was man euch in der Werkstatt erzählt. Das gilt vor allem für die Kosten.

Weiterführende Fragen und Anregungen

An diesem Punkt wollen wir euch Tipps und Infos zu einem Thema geben, die mit eurer Frage zusammenhängen. Sollte ihr das gut finden, würden wir uns über eine Reaktion von euch freuen. Wenn ihr wollt, könnt ihr zum Beispiel einen Kommentar hinterlassen.

Das alte Auto reparieren lassen oder ein neues kaufen?

Wenn der Verbrauch von Motoröl besonders hoch ist, denkt ihr vermutlich an einen defekten Motor. Manchmal ist es die Zylinderkopfdichtung, manchmal sind es die Kolbenringe. Das lässt sich alles reparieren. Aber wie oft lohnt sich eine Reparatur?

Gerade bei einem älteren Auto stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Reparatur. Schließlich macht auch die teuerste Reparatur das Auto nicht jünger. 

Gerade beim Tausch der Kolbenringe oder der Ventilschaftdichtungen stellt sich diese Frage mit Recht. Denn für die Reparatur muss der Motor ausgebaut und zerlegt werden, was viele Arbeitsstunden und Geld kostet.

In solch einer Situation stellt sich nicht selten die Frage, ob der richtige Zeitpunkt für einen Neuwagen gekommen ist. Denn jede weitere Reparatur könnte rausgeworfenes Geld sein, das ihr besser für einen Neuwagen ausgebt.

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Ein Neuwagen kostet natürlich mehr als die Reparatur des alten Autos. Langfristig lohnt sich allerdings die Ausgabe. Ein Grund, der für den Kauf eines neuen Autos spricht, sind die derzeit günstigen Autofinanzierungen. Vor allem Neuwagen bieten überzeugende Gründe für einen Kauf, zum Beispiel:

  • Garantie
  • moderne Motorentechnik
  • hohe Sicherheitsstandards
  • einen niedrigen Treibstoffverbrauch
  • niedrige Emissionen